Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Über den Geist der Übersetzung des Jonathan ben Usiel zum Pentateuch und die Abfassung des in den Editionen dieser Übersetzung beigedruckten Targum jeruschalmi
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 100 (sequence 5)
- Language
- German
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100 Wissenschaftliche Aufsätze. düngen. Die Sprache des Jonathan und Jeruschalmi ist also durchaus keine reine. Sie ist mit fremden Element?« in Ausdruck und Form so stark versetzt, daß sie fast alle,Individualität verloren hat. Aber dafür hat sie diesem Einflüsse eine gefälligere ,Weichheit der Consonanten und einen größeren Reichthum klangvoller Vocale zu danken^). Um. die Tendenz der Jonathan'schen Paraphrase zu beleuchten, muß Manches über, das Verhältnis; des Jonathan und des fragmenta-- rischen Targums zu einander und zu Onkelos anticipirt werden, was der späteren Nachweisung Vorbehalten bleibt, Onkelos. war bei der möglichsten Worttreue dennoch frei zu Werke gegangen, und hatte sich vorzüglich an Stellen, wo der Sinn der Textworte schwierig ist und eine wörtliche Uebertragung denselben nur noch, dunkler hätte machen müssen, , ,manche Abweichungen erlaubt. Dieses Targum, welches im Laufe der Jahrhunderte sicherlich auch bei den palästinensischen Juden Verbreitung gefunden, bearbeitete, wie später bewiesen werden soll, der Verfasser des Jeruschalmi nach einer doppelten Richtung. Er corrigirte das Targum Onkelos nach bestimmten Principien und fügte, um den Vortrag zu beleben, eine Auswahl, dem Volke geläufiger Hagada's ein. ,Ein späterer Pgraphrast, unser Pseudojonathan, nahm diesen Gedanken aus und vollendete zu einem .abgeschlossenen Ganzen, was sein Vorganger in der Anlage begonnen hatte. Auch Jonathan nahm eine Kritik des Onkelos-Textes vor, berichtigte und änderte diesen mehr oder minder glücklich, indem er dabei den serusalemitischen Glossen die ge- 2) Wir Heden hier einige Eigenthümlichkelten des Dialektes unserer Paraphrasen hervor, die aber eigentlich dem palästinensischen Dialekte überhaupt angehoren. P ro st h e sis: Aus euphonischen Gründen wird, zumal bei Fremd- Wörtern, ein vocaltragendes א vorgesetzt, wenn das Wort mit mehreren Consonanten anfängt. Dasselbe geschieht auch häufig ln den Talmuden (oroXsi), אברסקין(bracca), אומיוגד. Aphäresis: Leicht sich verflüchtigende Vocale gehen aus denselben Gründen verloren: nunn f סר ,אררו:א f. niop, ש: f. אנשא. Weiche Consonanten werden für harte gesetzt wa f. אפשר. Hierbei ist zu bemerken, daß Jon. ln der Regel die weichere, Jer. die härtere Aussprache hat. So hat elfterer: ש^פוק«(,פצירייא,חוודתריא, Jer..ש^מקץ,ביציא ,חדגריד. Statt des ש wird häufig das syrische פ gebraucht : עמבא ,בפר. Hellere, klangvolle Vocalendung wird vorgezogen, 'f—contrahirt aus dt'—. Gebräuchlicher ist bei dem'Paraphrasten die vollere Form, als die mit elidirtem ג; so אנההא (häufiger als אסונא), ppn:׳ foft f. ידעון}, ähnlich auch ארוס (wof. Onk. ארי). Fremd- Wörter, besonders griechische, kommen massenhaft vor. Doch mögen wohl nur wenige sein, die sich nicht auch im Talmud und andern älteren. Werken finden. Auch arabische: «אהל Das bei späteren syrischen Autoren häufige und —!Jtiv und ■ק?0ץ kommt nicht vor.