Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Über den Geist der Übersetzung des Jonathan ben Usiel zum Pentateuch und die Abfassung des in den Editionen dieser Übersetzung beigedruckten Targum jeruschalmi
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 98 (sequence 3)
- Language
- German
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98 Wissenschaftliche Aufsätze. Als eines der ältesten schriftlichen Denkmäler des Targum wird ein Targum zu Job^) aus dem ersten Jahrhundert der üblichen Zeitr. erwähnt^). Doch ist es wahrscheinlich, daß chaldäischen Versionen des Pentateuch das höchste Älter zuerkannt werden muß. Denn während die Übersetzung der Propheten als ein kühnes Unterfangen bezeichnet wird, ״darob weithin die Erde erbebte", wird die Ueberschung des Pentateuch für berechtigt erklärt 0). Es ist jedoch, wenigstens für Palästina nicht anzunehmen, daß ein vollständiges Targum des Pentateuch bestanden habe: so sehr konnte das Verständniß der Muttersprache nicht entschwunden sein, daß nicht wenigstens leichtere Stellen des Originals in dem der aramäischen Sprache so nahe verwandten Hebräisch hätten vorgetragen werden können. Wahrscheinlich haben die schwierigeren, namentlich die poetischen Theile des Pentateuch zuerst eine Übersetzung erhalten 4 5 6 7). Aeltere Versionen der' 5 Bücher Mosts haben sich nicht erhalten, und wenn solche existirt, so sind sie wohl in dem wenigstens seiner Anlage nach aus dem ersten Jahrhundert sich herschreibenden Targum des Onkelos zur Thora aufgegangen. Dieser vortrefflichen Uebersetzung, deren Redaktion in das 3 — 4. Jahrh. d. übl. Zeitr. zu setzen ist, ist an Alter gleich die Version der Propheten von Jonathan ben Usiel. Die nähere Erörterung der Onkelos'fchen Version wird sich im weitern Verlaufe ergeben; hinsichtlich Jonathans bemerken׳ wir hier, daß bei aller Absicht, eine getreue und verständige Uebersetzung zu geben, er sich dennoch schon, größere Freiheiten gestattete. Lag ja schon in der Natur der prophetischen Schriften selbst, da sie gröstentheils freier Erguß des religiösm Gefühles waren, die Berechtigung zu freierer Auffassung und Handhabung des Textes, während beim Pentateuch jedes Wort heilig war. , Jonathan ist auch das hagadische Element nicht ganz fern, und wenn schon Onkelos zuweilen eine exegetische Tendenz durchblicken läßt, wo er den Text durch das Medium der Halacha oder 4) Schabbat 115 a. S. Zunz 1. L- S. 6A Anmerk. a. 5) Das Niederschreiben der Largumim wurde, wie Schabbat 1. 1. zeigt, nicht gebilligt. Doch geschieht schriftlicher Targumim aus späterer Zeit häufig Erwähnung. Beim gottesdienstlichen Vorträge dagegen sich eines geschriebenen LargumS zu bedienen, galt noch im 4. Jahrh. für unstatthaft. Vgl. Jerusch. Megilla IV. Ans. ר׳ חגי אמר ר׳ שמואל בד יצחק, עאל לנגישתא, חמא חד סופר מושש תרגומא מן גו ספרא. אמר ריח. אסור לך. דברים שנאמרו בפר. בפה.;. 6) Megilla 3 a. Kidduschin 49 a Tosafot wird miLBezug auf diese Stelle das Targ. z. Pentat. als Tradition vom Sinai erklärt. 7) S. Frankel: Ueber die Zeit der frühesten Uebersetzer des A. L- , in den ״Verhandlungen deutscher -Orientalisten" 1845 S. 13 ff.