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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1857-01-01 · Heft 3 · p. Seite 97

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
6 (1857)
Issue
Heft 3
Article
Über den Geist der Übersetzung des Jonathan ben Usiel zum Pentateuch und die Abfassung des in den Editionen dieser Übersetzung beigedruckten Targum jeruschalmi
Date
1857-01-01
Page
Seite 97 (sequence 2)
Language
German
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Wissenschaftliche Aufsätze. mußte, konnte die hebräische Sprache um so weniger widerstehen, als gerade durch ihre Verwandtschaft mit den andern semitischen Dialekten der geistige Verkehr zwischen Israel und den Völkern seiner Umgebung vermittelt wurde. heimathlichen Boden entfremdet hatte sich die^ hebräische Sprache in gleichem Maße aus dem Leben des Volkes zurückgezogen, als sich bei der ununterbrochenen Berührung mit auswärtigen Völkern aramäischer Zunge das aramäische Idiom einbürgerte. Und wenn auch die weit spätere Zeit der Mischna noch die lebenskräftigsten Elemente in der Sprache aufzeigt: der Masse des Volkes war sie nicht mehr geläufig, und die Klage Nehemia's über die Sprach- Verwirrung seiner Landsleute, spricht deutlich dafür, daß zumal in der ersten Zeit nach dem Exil das Schriftverständniß in der Ursprache den Meisten abhanden gekommen war. Der große Restaurator des jüdischen Staates, Esra, dessen Hauptbestrcben darauf gerichtet war, die zurückgekehrten Exulanten wieder mit der h. Schrift bekannt zu machen, machte nach dem Zeugnisse des Talmuds den Beginn, dieselbe in das dem Volke verständliche Aramäisch zu übersetzen und zu erläutern*). Von Esra an war die Thätigkeit des soferischen Zeitalters nicht blos der Feststellung des biblischen Textes, sondern mehr noch der Verbreitung des Schristverständnisses zugewandt. Dies Letztere fand bei den gottesdienstlichen Versammlungen' statt, in welchen die h. Schrift zuerst in der Originalsprache vorgelesen'und dann von einem Dolmetscher, Methurgeman, in's Aramäische übertragen wurdet. Daß man hierbei sich nicht auf bloße Uebersetzung beschränkte, sondern dem Gesetzesvortrag noch eine Erläuterung besonders der schwierigeren Stellen hinzufügte, lag in der Natur der Sache. Diese doppelte Thätigkeit des Lebersetzens und Erklärens umfaßt das Wort Targum^), und find aus diesem Grunde sämmtliche aramäische (sowohl oftals westaramäische) Versionen ausschließlich Targumim geuanut worden. So sehen wir die ersten Anfänge aramäischer Bibelübersetzungen mit liturgischen Zwecken auftreten, und diesen Zweck haben die Targumim auch in der Folge beibehalten. .—..'"'","‘ל 1) Nehenr. 8, 8 מפורש זשוס שכל erklärt der Talmud מפורש זו תרגום (s. Megilla 3 a). 2) Meg. 24a. Zunz, Gottesdienstt. Vorträge-S. 8. 3) תרגם, Quadrilit. ist wohl als analog dem ״ מיני הרגימאZukost" aufzufassen. Ob das Wort ursprünglich in der Bedeutung ״Lebersetzen" oder als ״Erktaren" gebraucht wurde, ist schwer zu entscheiden. Bei OnkeLos und Jeruschalmi kommen beide Bedeutungen vor. Gen. 42, 43 (wo מליץ mit מתורגמן wiedergegeben ist); Exod. 4, 16. 7, 1. Der tälm. Sprachgebrauch hat dieses Wort wie תתרגם שמעתתא, תירגם רבא ff. häufig in der Bedeutung ״erklären". Frankel, Monatsschrift. VI. 3. $

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