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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1857-01-01 · Heft 3 · p. Seite 92

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
6 (1857)
Issue
Heft 3
Article
Briefe aus Süddeutschland
Date
1857-01-01
Page
Seite 92 (sequence 2)
Language
German
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02 Briefe aus Süddeutschland. also im Verhältniß von etwa 1 : 30. -— Die letztere Anzahl vcrtheilt sich auf die drei Provinzen ziemlich gleichmäßig. Der seit vielen Jahren constant erscheinende numerische Stand der Juden läßt sich durch die massenhafte Auswanderung nach der neuen Welt erklären, da sonst die gegen andere Consessioncn verhältnißmäßig größere Progression der jüdischen Bevölkerung statistisch nachgewiescn wurde. Sv vermehrte sich in dem Zeiträume von 1834—1852 die protestantische Bevölkerung um 11,60 Prct., die katholische um 14,18 Pret. und die jüdische um 16,38. Jene Auswanderung geschieht jedoch in solch großartigem Maßstabe, daß der normale numerische Stand der Juden nur überraschen muß. So hat z. D. die Landgemeinde Bechtheim um 73 ihrer Seelenzahl sich vermindert; die Landgemeinde Herrnsheim ist als Gemeinde völlig aufgelöst, und aus Worms wanderten seit 5 Jahren nicht we- Niger als 62 Personen aus. Hessen hat etwa 250 jüdische Gemeinden, von welchen die meisten auf die Provinzen Starkenburg und Obcrheffen kommen, während Nheinhessen die grösten Gemeinden besitzt. Der Größe nach folgen aufeinander Mainz, Worms, Riegen, Rödelheim, Gießen, Darmstadt, Friedberg, Alzei u. s. w. — Rabbinate sind in Rheinhessen vier: Mainz ll. Rabb. Aub, 2. Rabb. Cahn, Prediger der orthodoxen Gemeinde Lehmann); Worms (Rabb. Bambergcr, Prediger Lcwysohn); Alzei (Adler) 7 und Bingen (Sobernheim). Oberhessen hat nur das Rabbinat Gießen (Levi) mit 96 Filialgemeinden, und Starkenburg das Rabbinat Offenbach (Formstecher) und Darmstadt (Auerbach). Das Rabbinat Michelstadt ist momentan vacant und ist — man weiß nicht recht wie, und jedenfalls durch eine Art coup d’etafc — an Darmstadt gekommen; indessen soll man, wie es heißt, daran denken, das Rabbinat wieder selbstständig zu besetzen. — Im Jahre 1846 waren in Hessen 173 Synagogen; doch haben dir letzten zehn Jahre so viele neugebaute Synagogen hinzugcsügt, daß jetzt deren weit über 200 vorhanden sind. Hierbei ist es erfreulich zu sehen,. wie oft eine Landgemeinde von 15 oder 20 Familien mit einem Kostenaufwand ein solches dem Gottesdienste geweihtes Gebäude aufführt, der das rühmlichste Zeugniß ihrer Opserwilligkcit bekundet. So besitzt die aus 20 Familien bestehende Gemeinde zu Bechtheim eine durch Symmetrie und Eleganz sich auszeichnende Synagoge, wie sie nur selten in einer Landgemeinde anzutreffen sein dürfte. Jede Städtsynagoge hat eine gedruckte von der 1) Der jetzt nach New-Port an die Stelle des verstorbenen Merzbachcr geht. - '׳ ,:

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