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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1857-01-01 · Heft 3 · p. Seite 89

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
6 (1857)
Issue
Heft 3
Article
Die hervorragendsten Vertreter der Akiba'schen Schule
Date
1857-01-01
Page
Seite 89 (sequence 9)
Language
German
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dn׳ Akibwsche» Schuko. 89 als er wacht mit providentiellem Auge über die Erhaltung und den Fortbestand des Geschaffenen. ״Aber das ist doch wohl kein schweres Geschäft, meinte die Matrone. Ich besitze eine große Anzahl von Sklaven und Sklavinnen. Nach meinem Willen gebe ich sie zusammen und leiste also dasselbe, was dein Gott." ״Dir mag es leicht Vorkommen, entgegnete R. Jose, für Gott ist es ebenso schwierig, wie die Spaltung des rothen Meeres." Es heißt nun, daß die Matrone, um R. Jose zu widerlegen, sich ihres Rechtes bediente und ohne große Wahl jedem ihrer Sklaven eine Sklavin als Frau decretirte, daß sie aber bald an den blutigen Köpfen, mit denen sich ihre Untergebenen ihr zeigten, gewahrte, daß zwischen Willkür und Fürsorge ein weitgehender Unterschied liege (Bereschit R. 68). Ein anderes Mal sprach ein Heide Zweifel aus gegen die Glaubwürdigkeit der biblischen Erzählung, daß Joseph in den Jahren jugendlicher Gluth so tapfer jeder Versuchung widerstanden haben sollte. Statt aller Antwort holte er die Bibel hervor und zeigte ihm, wie rücksichtslos über das Vergehen der ältern Brüder (des Reüben und des Jehuda) berichtet werde (Bereschit N. 87). In der That, ein noch heute nutzbares Argument für die Unparteilichkeit der Bibel'. Nicht unwichtig ist, daß in diesen Unterhaltungen auch eine vorkommt, welche die Auffassung der Erzählung über Chanoch betrifft, und ans welcher hervorgeht, daß die Glorifikation Chanoch'S zu häretischen Zwecken benutzt wurdet (Bereschit R. 25). Wie diese Erzählungen Proben seines Geistes, so gewähren andere Aenßerungen Proben seines Herzens und seines aus das Höhere gerichteten Sinnes. ״Ich möchte sterben mitten in einer guten That begriffen", ist einer seiner Lieblingswünsche. ״Ich möchte Theil haben an der künftigen Seligkeit derer, deren Geschäft es ist, die Kinder 5) Die feindselige Haltung des Midrasch gegen Chanoch und das daselbst hervortretende Interesse der מעים, ihn zu glorificiren, dürste vielleicht bei der Frage, ob das Buch Henoch jüdischen Ursprunges sei, von Bedeutung sein. Ohnehin ist die Bestimmung Ditlmann's und seiner Vorgänger über die Zeit der Abfassung des Buches Henoch und die in Folge dieser Bestimmung gegebene Erklärung der geschichtlichen Andeutungen so wenig überzeugend, daß man wohl besser thut, die Abfassung des Buches in die erste christliche Zeit zu setzen. Man lese Cap. 90 und sehe zu, ob man bei dieser Annahme nicht besser in den Sinn der Andeutungen eindringe. . Ob sie sich im Einzelnen sänrmtlich erklären lassen, mutz ich dahinstellen, da ich es nicht vermag. Aber das Ganze ist doch wohl auf einen Kamps und Sieg des Christenthums und aus eine Verdammniß derer, die ihm widerstreben, zu deuten (D. 29. V. 24).

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