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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1857-01-01 · Heft 3 · p. Seite 85

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
6 (1857)
Issue
Heft 3
Article
Die hervorragendsten Vertreter der Akiba'schen Schule
Date
1857-01-01
Page
Seite 85 (sequence 5)
Language
German
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der Akiba'schen Schule. 85 ferate eines R. Nehemias, der eine Halacha aus dem Gefängnisse, wohl, ׳ wie Raschi bemerkt, aus einer Unterredung mit R. Akiba mitbrachte, entschieden werden. R. Jose aber meint: ״Wir haben dem Boten erwidert, daß auch wir im Besitze einer Tradition wären, der wir mehr Ursache zu folgen hätten, als seinem Berichte." Die eigentliche Bedeutung R. Jose's jedoch, wie die seiner Collegen, als Gesetzeslehrer und Restauratoren des gesunkenen Gesetzesftudiums, beginnt erst nach der Katastrophe, die Akiba's Tod und die Flucht seiner vorher von Jehuda ben Baba zu Lehrern geweihten Jünger zur Folge hatte. R. Jose war — nach Baba Mezia 84a — nach Kleinasien gegangen, wo er bis zur Abstellung der über die Gefetzeslehrer verhängten Verfolgung blieb. Bei seiner Rückkehr hatte er den Schmerz, seine Vaterstadt Sepphoris, die früher eine der blühendsten Städte Palästinas gewesen war, im Zustande der Verfallenheit anzutreffen, wie dies aus seinen Worten: ״Ich habe Sepphoris noch gekannt in seiner Blüthezeit" (Baba Batra 77k) hervorgeht. Wir begegnen ihm darauf bei dem in Uscha stattfindenden Gelehrtencongreß, wo die ersten Schritte für die Hebung des darniederliegenden Studiums geschätzen, und er einer der Sprecher war. In schöner und einfacher Weise dankt er den Bewohnern von Uscha ׳ für ihre Bereitwilligfeit, die in ihrer Stadt versammelten Gesetzeslehrer zu bewirthen. ״Die Bibel erzählt, so lautet ungefähr seine Ansprache, daß der Herr das Haus des Obed Edom und all das Seiste segnete, weil er die Bundeslade bei sich ausgenommen hatte (2 Samuel 6,12). Nun ist aber die Bundeslade weder der Speise noch des Trankes bedürftig, muthet überhaupt dem, der sie bei sich hat, keine Opfer zu. Welches Segens habt ihr euch erst, Brüder von Uscha, würdig gema'cht, die ihr um des Gesetzes willen so bereitwillige Opfer gebracht habt" (Midrasch Schir Haschirim zu 2, 5). Von da ab bis zur Zeit, wo die Umstände ihn zwangen, sich zu isoliren, lebt er in schönem Vereine mit seinen Kollegen, die zu einem neuen Synedrium zusammengetreten waren, von Allen geliebt, Alle liebend. Sein friedfertiger Charakter, verbunden mit einem von Allen hochgeachteten Wissen, befähigte ihn, neidlos die Verdienste seiner Mitsynhedristen zu würdigen, und überall weiß er zu beschwichtigen, wo Differenzen einzutreten drohen. So beendigt er den Streit, der zwischen dem Nast und R. Mekr ansgebrochcn und schon so weit gediehen war, daß R. Mei'r der Zutritt zu den Sitzungen verboten wurde, mit den schönen Worten: ״Was nützt

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