Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die hervorragendsten Vertreter der Akiba'schen Schule
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 84 (sequence 4)
- Language
- German
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84 Die hervorragendsten Vertreter haben, von dem Tanaimkreise,-dessen Mittelpunkt, R. Gamaliel II: war, als ebenbürtiges Glied , scheint angesehen worden zu sein (b. Schabbat 1158, Taanit II, 1 und an a. St.).. R. Jose .selbst erwähnt ihn wie ein Sohn, der das Glück hat, die Handlungsweise seines Vaters sich zum Muster nehmen zu dürfen. So äußert er sb. Meila 17b) gegen seinen Cvllegen R. Simon, der an ihn eine nach seiner Meinung unbillige Zumuthung stellt: ״Was würde mein Vater Chalasta gesagt habenwenn eine ähnliche Forderung an ihn gestellt worden wäre!" , Ebenso begleitet er (Synhedrin 808) seine halachische Meinung, daß wenn von zwei Menschen einer sicher ein todeswürdiges Verbrechen begangen hätte, ohne daß sich ermitteln ließe, wer von ihnen eigentlich, der Verbrecher wäre, beide straflos bleiben müßten, mit dem Zusätze: ״Selbst.wenn einer von ihiren mein Vater Chalasta wäre", was, wie die Commentatoren richtig bemerken, so viel sagen will als, selbst wenn einer von ihnen ein Mann von so bewährter Rechtlichkeit wäre, daß der Verdacht nur den andern treffen könnte. Welche Bedeutung aber in einer Zeit, wo die mündliche Belehrung die einzig mögliche Art war, sich Gesetzeskunde zu verschaffen, der Umstand haben mußte, gleichsam durch die Geburt dem Gelehrtenkreffe anzugehörenbraucht kaum gesagt zu werden. In der That .verdankt daher R. Jose nur einen Theil seiner Gesetzeskunde dem R. Akiba, der an vielen Stellen als sein eigentlicher Lehrer genannt wird-. (Pesachim 183, Jebamot 62b u. a. St.). Mehr als eine Spur führt vielmehr aus seine Bekanntschaft! auch mit ältern Lehrern und Lehrmeinungen. So fügt er (Synhedrin27!>) der Aufzählung der Verwandtschaftsgrade, die zur Zeugenaussage unfähig uiachen,. die Bemerkung hinzu: ״So lautete der Mischua- Vortrag R. Akiba's, aber die ältere Mifchna enthielt abweichende Bestimmungen", woraus er dann die Abweichungen derselben folgen läßt. An einer andern Stelle (jerusal. Schebiit 368) beruft sich R. Jehuda aus eine von R. Tarfon, dem ältern Cvllegen und frühem Lehrer R. Akiba's, gegebene Entscheidung, woraus R. Jose ihm entgegnet, daß auch er zugegen und der Fall nicht genau der von R. Jehuda angegebene gewesen wäre. Ebenso berichtet er Manches im Namen eines Tanaiten Abtolmos (Ptolemäus), der daher gleichfalls zu seinen Lehrern gezählt werden muß (Erubin 358, Rosch Haschana 15). Die Sicherheit, welche diese Bekanntschuft mit den tradirten Halachot dem R. Jose verlieh, geht am deutlichsten aus Gittin 66b hervor, Dort , sollte nach dem Re-