Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die hervorragendsten Vertreter der Akiba'schen Schule
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 83 (sequence 3)
- Language
- German
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der Akiba'schen Schule. 83 er, selbst wo Gesundheitsrücksichten ihn hatten bestiminen können, nicht seiner eigenen Meinung solgen wollte, weil sie mit der seiner College», nicht übereinstimmte. Endlich wird von R. Simon den Jochai erzählt, daß er einen Mann, der aufseine (desR.Simon) halachische Ansicht hin Nachlese im Sabbatjahre hielt, was seine Collegen für unstatthaft erklärt hatten, hart anfnhr mit den Worten: ״Dn verdienst die Strafe eines Mannes, der den Zaun einreißt". Diese Beispiele hätten noch vermehrt werden können ׳ durch die überaus bezeichnende Aeußerung R. Jose's (b. Schabbat 118b): ״Nie habe ich Etwas gethan, was gegen die Meinung meiner Collegen verstieß. So weiß ich beispielsweise sicher, daß ich kein Ahronide bin. Würden aber meine Collegen einstimmig zu mir sagen: Tritt hin und betheilige dich am Priestersegen, so würde ich's unbedenklich thun." Wir glauben nun nicht zu weit zu gehen, wenn wir gerade diesem besonnenen Auftreten der Akiba'schen Schule und ihrer ängstlichein Vermeidung, den Meinungsverschiedenheiten auch für die Praxis Eonsequenz zu geben, das Verdienst zuschreiben, die feste Gestaltung, welche die Halachot schon in der folgenden Generation durch R- Jehuda Hanasi gcwanilen, allererst ermöglicht zu haben, zumal da dieser direct oder indirekt zu den genannteil vier Männern in dem Verhältnisse eines Schülers zu seinen Lehrern stand. Aber freilich erschwert derselbe Umstand, der die eigentliche Größe der Akiba'schen Jünger ausmacht, zugleich den Versuch, sie einzeln, in ihrenr eigensten, von ihren Collegen unterschiedenen Wesen zu erkennen. Das gleiche Diel stattete sie mit manchen gleichartigen Tugenden aus, und nur dann und wann bricht aus einer Aeußerung oder ans einer zufällig bewahrten Erzählung ein individuell-charakteristisches Moment hervor, das uns belehrt, daß wir es mit ganzen Männern, nicht mit bloßen Mitarbeitern zu thun haben. Versuchen wir, diese wenigen und zerstreuten Momente zu sammeln, um, so weit als thnnlich, die Männer einzeln zu charatterisireu 1). R. Jose ben Chalafta. R. Jose aus Sepphoris war der Sohn des R. Chalafta, eines Mannes, der nach den wenigen Notizen, die wir über ihn 1) Wir erlauben uns, hier zu bemerken, daß eine Charakteristik R. MewS und R. Simvn ben Jvchai's bereits im März- und Aprilheft 185» und im October-- und Novemberheft 1856 von uns gegeben ist, und daß wir daher nur die beiden noch übrigen hier nachtrageil. 7