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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1857-01-01 · Heft 3 · p. Seite 82

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
6 (1857)
Issue
Heft 3
Article
Die hervorragendsten Vertreter der Akiba'schen Schule
Date
1857-01-01
Page
Seite 82 (sequence 2)
Language
German
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82 Die hervorragendsten Vertreter wurde, woraus wir zugleich daS Ideal, das ihm selber vorschwebt, entnehmen können, entwirft R. Jose, einer der vier Genannten (Tosesta, Synhedrin 7, b. Synh. 88b): ״In alter Zeit, erzählt er, war man bemüht, die Meinungsverschiedenheiten in Israel nicht allzu sehr aufkommcu zu lassen. Zu dem Zwecke bestand folgende Organisation der über die religiöse Praxis entscheidenden Behörden. Jede der bedeutendern Städte Palästina'S hatte einen Gerichtshof, aus 23 sachverständigen Mitgliedern bestehend, der die Fragesteller nach den traditionell überkommenen Halachot beschied. Fehlte in einem einzelnen Falle dem Gerichtshöfe die erforderliche traditionelle Kunde, so wandte man sich an das in Jerusalem am Eingange des Tempelvorhofs tagende Synedrinm der 23. Konnte auch dieses keinen Aufschluß geben, so entschied das Synedrinm, welches am Eingänge des Tempelberges saß. Die höchste und letzte Instanz endlich war der Gerichtshof der 71 in der Lischchat Hagastt. War dort ein Fall zweifelhaft, so wurde nach Stimmen- Mehrheit entschieden und der Beschluß erhielt Gesetzeskraft in Israel. Erst seit der Schüler Hillel's und Samurais, setzt er hinzu, eine große Anzahl wurde und unter ihnen solche waren, die nicht die erforderliche Zeit der Aufnahme des Traditionsstoffes gewidmet hatten, nahmen die Meinnngsdifferenzen über Gebühr zu, so daß die Gesetzeslehrer den Anblick boten, als ob sie auf dem Boden zweier verschiedenen und nicht der einen unveränderlich gültigen Lehre ständen." Wenn nun auch an eine in der eben angegebenen Weise durchgeführte Organisation in der auf die Hadrianifche Schreckenszeit folgenden Epoche nicht gedacht werden konnte, so kann man niclMdestoweniger an dem Verfahren der Akiba'schen Schule mit Bestimmtheit wahrnehmen, daß sie durch freiwillige Selbstverläugnung die einst vorhanden gewesene Einheit der religiösen Praxis herzustellen bemüht war, und es verdient gewiß bemerkt zu werden, daß in den Talmuden selbst diese Eigenthümlichkeit bereits herausgefühlt worden, obwohl sie dort statt einer historischen eine dialektische Erklärung sindet. So wird (Jeruschalmi Berachot 3) gefragt, wie denn R. Gamaliel (der.. Nass des vorhergehenden Tanaimgeschlechts) seinen Söhnen verM statten konnte, das Maaribgebet nach Mitternacht zu verrichten,- da die Majorität der Gesetzeslehrer nicht seiner Ansicht fei. Diese Frage wird unterstützt durch Beispiele, die sämmtlich der Akiba'schen Schule entnommen sind. Zuerst wird nämlich ein eclatanter Fäll von Akiba selbst angeführt. Darauf wird von R. Meir berichtet, daß

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