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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1857-01-01 · Heft 2 · p. Seite 77

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
6 (1857)
Issue
Heft 2
Article
[Rezension]
Date
1857-01-01
Page
Seite 77 (sequence 5)
Language
German
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RecettfioNen! und Anzeigen. - 77 hat der Verf. -das Wesen des Apriorischen völlig verkannt/ Da der Satz, daß die Kälte die Körper zusammenziehe, nur ein Erfahrungssatz ist, so braucht es erst gar nicht gesagt zu werden, daß die apriorische Erkenntniß gar nichts darüber abzumachen habewie weit der Satz gelten soll- und wenn sie es thut, so muß sie es sich natürlich gefallen lassen, von der Erfahrung widerlegt zu werden. Ebenso ist der Satz über die Unendlichkeit öder Endlichkeit der Atmosphäre auch für den Mathematiker erst durch das Aposteriorische gegangen. Denn das Mariötto'sche - Gesetz ist doch wohl kein apriorisches? Was Wunder, wenn die Erfahrung endgültig darüber zu entscheiden hat! Wenn Jemand unternähme^ die FarK eines- Stuhles ä priori zu erschließen, wird er überrascht sein, die Wirklichkeit anders zu finden? Die Ursache dagegen, warum wir über Gott, Freiheit u. st w. apriorisch ״etwas bestimmen wollen, liegt darin, -weil wir wissen, daß sie in-keiner möglichen׳ Erfahrung gegeben werden können. Kant hat-uns nun gelehrt, daß-dasjeNige, was in keiner Erfahrung gegeben werden könne, auch׳ u priori Nicht demonflrabel sei. Meint aber der Vers.-, daß die Offenbarung eine solche mögliche Erfahrung sei, wie er das in׳ seinen mir dunkel gebliebenen Worten" (S. 11) sagen zu wollen scheint:״ ׳Nun aber ist es das Gehör, durch das wir die Kunde Vön der übersinnlichen Welt einpsangen, Getast und Gesicht sind nur׳ für die Sinnenwelt als Vermittler gesetzt", so ist zu bedenken, daß unter möglicher Erfahrung eine zu allen Zeiten und von Jedem, der sich die Mühe nicht will verdrießen lassen, zu machende Erfahrung-'verstanden wird. יי'' י Aber gesetzt auch, wie wir versuchsweise zugeben wollen, daß die Analogie mit den Naturwissenschaften schlagend wäre, wozu bedürfte es dann der Offenbarung? - Hören wir den Verfasser! Der Freiheitsbegriff ist׳ absurd, ist wunderbar, ist" unbegreiflich wie alles Reale, daher ihn-weder die Philosophie noch das naive Denken hätte finden können: Warum hat denn aber die Naturwissenschaft das Absurdedas ^au- ,u.a<jT0v gefunden und es ihrem Forschen als Hypothese zu Grunde gelegt? Will nun der Vers, antwortendaß in den Naturwissenschaften die Erfahrung aus die Hypothese leitet, in den transseendenten Dingen aber eine solche Erfahrung nicht möglich sei, so laugnet er selbst das Paffende der Analogie. Warum Rest selbst Offenbarung anzunehmen nicht nur berechtigt, sondern sogar genöthigt ist, glaubt er schon im Obigen dargethan ״zu haben.; "; :! Müssen wir so unsere Ueberzeugung dahin äussprechen, daß der Verf. seine eigentliche Aufgabe nicht gelöst habe, ja daß dieselbe über- Haupt unlösbar 'sei, so können wir nicht umhin, das viele Bedeutende Frankcl, Monatsschrift. Vl. 2. 6

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