Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 2
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 76 (sequence 4)
- Language
- German
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76 Recen fronen mb; Anzeigen. Gottes an sich ergründen zu wollen, heißt bei ihm schwärmen. Vom Sittengesetze aus hingegen findet er unsere , (die menschliche). Freiheit, und weil die Vernunft unvernünftig wäre ohne Annahme eines Wesens, das die Aufgabe, welche unsere Vernunft mit Nothwendigkeit uns vorschreibt, erst zu einer realisirbaren macht, so setzt er dieses Wesen und legt ihm die Eigenschaften bei, die es haben muß, um das zu leisten/ ׳was die Vernunft postulirt, wobei er nicht läugnet, daß Gott., selbst unerforschlich ist, d. h. daß, indem wir ihm Prädicate geben, wir tediglich an sein Berhältniß zur Welt und zu uns denken. Das scheint dem Res. sowohl philosophischer als religiöser zu sein, da auch Kant, von praktischer Vernunft getrieben, Gott als,Ursache sowohl der phyfischen wie der moralischen Welt faßt, also eine Schöpfung aus Nichts annehmen muß. Nur können wir von ihm nicht verlangen, daß er uns Rede stehe über die Art, wie wir die göttliche Freiheit aufzufassen haben und wie fie mit der menschlichen in Einklang zu bringen sei, da er nicht blos gesagt, sondern auch nachgewiesen hat, warum wir das nicht wissen können. . Aber nicht blos gegen das über Kant hinausgehende Resultat des - Vers, haben wir Etwas einzuwenden. Die ganze Analogie mit den Naturwissenschaften scheint Ref. unpassend. Die Naturwissenschaft geht an der Hand der Erfahrung und' des Experiments einen sichern Weg. Um dieser Erfahrung systematische Einheit zu geben, nimmt sie zu RothhypoHesen. ihre Zuflucht, deren objective Realität.sie selbst so wenig für verbürgt hält, daß sie nicht selten ihre Hypothesen um einer einzigen widersprechenden Erfahrung willen aufgibt. Ihr liegt einzig au den Resultaten, die aber keinesweges mit dem Stehen und Fallen der Grundhypothesen stehen und fallen. Das unausgedehnte ausgedehnte Atom z. B. ist nicht blos, wie der Vers, will, ein sondern eine eootraäietio in acljecto. Welcher Chemiker hat daher das Recht, ihm objective Realität zuzuerkennen?׳ Er sagt blos, wenn er nüchtern ist und sich neben den chemischen Fragen auch über allgemeine orieutirt hat: Wir sind genöthigt, die Materie so zu behandeln, als öb sie aus solchen Atomen zusammengesetzt wäre. . Denken wir uns nun, die Freiheit stände nicht fester, als das unausgedehnte ausgedehnte Atom, so -hatte sie nur den Werth einer Nothhypothese, die aber kein Mensä) setzen würde, so lange sich die socialen und politischen Thatsachen auch anders erklären ließen. Daß das aber möglich sei, hat Spinoza bewiesen. Zum Glücke ist die Freiheit mehr als Hypothese, wie schon mehrfach erwähnt. Vollends in dem Beispiele mit der Atmosphäre und der Kälte