Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die große Versammlung (Kneset ha-gedola), ihre Geschichtlichkeit, Zahl, Bedeutung, Zeit und Leistung
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 69 (sequence 9)
- Language
- German
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Wissenschaftliche Aufsätze. 69 daß׳ es schon früher bestanden hat. Freilich wird nur die Hauptstadt eine solche Anstalt gehabt. haben, und in derselbW-werde-n die Sopherim die verschiedenen Seiten ihrer ThätigkeiL entwickelt haben: Schriftausleguug, Anwendung derselben auf's Leben mit Benutzung der Neberlieferung. Der Ausdruck □דברי סלפדי, der uralt ist und in der Mitte steht zwischen überlieferten Bestimmungen und Maßregeln zur Umzäunung, spricht dafür, daß in einer Epoche, nicht gar zu entfernt von Esra, dem ersten Sopher, religiöse Normen in'ö Leben eingeführt worden, welche theoretische Beschäftigung mit der Thora voraussetzen. Ich erinnere nur an die sopherischverbotenen Verwandtschaftsgrade (שיניות מדברי סופרים), deren Fixirung die theoretische Klarheit über die biblischverbotenen Grade vorangegangen sein muß. Ist solches ohne Schule, ohne lebendigen Ged.ankenverkehr und Disenssion möglich? Sirach kennt nur den Sopher in dem engen Räume des Lehrhauses, abgewendet von jeder andern Beschäftigung, nur der Erforschung des Gesetzes zugewendet. ״Die Weisheit des Schriftgelehrten ■ (ypap.jJ1a׳rs1>c) ist in der Freiheit der Muße, und wer sein Geschäft gering achtet, erwirbt Weisheit. Wie sott der weift werden, der den Pflug-ergreift, sich rühmt des Treibstachels, oder der Zimmermaun, der Baumeister, der Schmidt, der Töpfer? Sie alle können nicht in die Rathsversanunlnng eingehen, nicht einsehen das Recht und nicht Gerechtigkeit.üben"ft. 7) Sirach 38, 2-4—33. Gelegentlich seien hier die Emendationen einiger Fehler angebracht, welche der griechische Uebersetzer des Sirach begangen, weil ihm das hebräische Original nicht verständlich war. Die Ergeten haben diese Fehler übersehen, obwohl sich daraus am sichersten ergibt, daß, Sirach urftrünglich hebräisch war. Es ist die Rede von der Arbeit des Schmiedes, und da heißt es V. 28 oder 36: cpwv?) dcpvp׳^ xcuvsi ro ou$ autou. Dieser Satz ist der baarste Widersinn, und er hat offenbar im Hebräischen gelautet: קול המקב יחריש, betäubt sein Ohr, der Uebersetzer hat aber gelesen: יחרש. Vom. Töpfer heißt es V. 30 oder 34: aYpuTCvta cüjtou xa^apiaat xa^ivov. Aber wozu sollte denn der Ofen gereinigt werden? Im Original stand wohl: לבן .והקלצו ללבן ר.(ורו hat im Neuhebräischen die Bedeutung glühend machen, der Uebersetzer nahm es aber für reinigen. Am lächerlichsten nimmt sich V. 32 oder 37 im Griechischen aus. Der Satz soll ausgeführt werden, daß die Handtierungen und Gewerke an sich nützlich seien, aber sie hindern das Erforschen der Weisheit; dann heißt es: avsu toutwv oux ofairö-naerac. tccXis xaY ou Ttapoixificrouotv, 0u5s TceptTcarraouai ‘ xal £xxX1r}c7{a סס^ vTcepaXouvTca. Diese Sätze enthalten ft viel Widersinn, daß die lutherische Nebersetzung einiges davon ausließ und den letzten Theil ungenau wiedergab: ״Man kann sie nirgends hinschicken". Die Mische Nebersetzung aber gibt zum Theil an die Hand, wie das hebräische Original gelautet und wie der Uebersetzer gefehlt hat: ובלעדיד״ין לא מתלתבא -מדלגהא ואחר דעמרין לא נבפנון, das Nebrige fehlt im Syrischen. Also hebräisch: .בלעדיהם לא השב עיר ובמקום נוישבם י לא ירעבו