Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die große Versammlung (Kneset ha-gedola), ihre Geschichtlichkeit, Zahl, Bedeutung, Zeit und Leistung
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 68 (sequence 8)
- Language
- German
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68 Wissenschastliche Aussätze. medergeschrieben wurde. Daß dieses noch wahrend der Perserherrschast geschehen ist,'lehrt die^naturtreue 'Schilderung des 'persischen Hostebens im Buche.׳ Esther, das sicherlich in der nachalexandrischen Zeit nicht sosehr bekannt war. Ewald irrst wenn er die Abfassung Esther's in die macedonische Epoche verlegt. ' 3) Die Einführung von Gebetformeln und Eulogien. Ohne Zweifel ging die Fixirung des Gebetes von der großen Versammlung aus. Zur Maccabäerzeit bestanden bereits Bethäuser (vergl. 1. Maceab. 3, 46). Bethäufer setzen aber sixirte Gebete voraus. Auch die alte Sirach'sche -'Spruchsammlung, die alter als Simon der Gerechte ist, scheint schon formulirte Gebete zu kennen und warnst ״das Gebet nicht zu ändern"׳^). Die uralten Gebetformeln, an welche sich später wie an einen Grundstock Bestandtheile angesetzt haben, waren bekanntlich das Schemä (vielleicht auch der Dekalog) und 6 Eulogien mit der Keduscha (תפל^רת); dem Schema ging eine Enlogie über das Licht voran (שמע hy;5 6(פורס). Für die Sabbate und Festtage wurde eine Enlogie, die Heiligkeit des Tages betreffend (קדושות), und am Ausgang der Feier eine andere (הברחות) hinzu gefügt. Die Einführung dieser einfachen Formeln führt der Talmud mit Recht auf die große Versammlung zurück. 4) Die Gründung von Lehrhänsern. Wenn die große Vorsammlung an einem authentischen Spruche den nachfolgenden Geschlechtern empfiehlt, ״viele Jünger auszustellen", so wird sie es ihrerseits nicht an LehrthäLigkeit haben fehlen lassen. In der syrischen Zeit hatte das Lehrhans schon einen ausgeprägten Namen (בית ועדי), du Beweis, 5) Sirach 7, 14 hat die syrische Uebersetzung: ולא תשחלף מ?2* צלותך. Das t hebräische Original lautete sicherlich: ולא תשגה דבר בחפילתך, das hat der griechifche Uebersetzer falsch wiedergegeben durch: 8£ ף־גן\)T£pcücfy)s Xoyov itpoo־- •£\>X1f5 cjo'j. Welchen Sinn soll die Warnung haben, kein Wort zu wiederholen? Aber gegen Abänderung der Formeln tonnte gewarnt werden. Aehnliches N. Jose: פל חמשגד. ממטבע שטבעו חכמים בברכות לא יצא ידי חוכתו (Tofesta Berachot c. 4).. 6) Aruch gibt die richtige Erklärung zu פודם על שמע durch: מברך בדבת מצר אור, das Wort פרס bedeutet wie im Ehaldäischen ----- ברך (Aruch v. 8 פרם). Naschi's Erklärung durch קריש וברכו ist nicht stichhaltig, da es unbegreiflich bleibt, warum .N. Juda aufstellt: מי שלא ראה מאורות מימיו לא יפרום על שמע, und wird auch von MassecheL Sopherim widerlegst wo קדיש ובנרהז von פורסץ על שמע unterschieden wird (c.11.7.vgl.14,8; 14). DieFormel: Gott ist Schöpfer des Lichtes und der Finsterniß, gewissermaßen ein Gegensatz gegen den arischen Dualismus von Ormuz und Ahriman/deutet darauf hin, daß sie während der Perserherrschaft eingeführt wurde.