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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1857-01-01 · Heft 2 · p. Seite 63

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
6 (1857)
Issue
Heft 2
Article
Die große Versammlung (Kneset ha-gedola), ihre Geschichtlichkeit, Zahl, Bedeutung, Zeit und Leistung
Date
1857-01-01
Page
Seite 63 (sequence 3)
Language
German
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Wissenschaftliche Anssätze. 63 Thaten, und zwar zur Zeit als Artaxerxes bereits tobt1 mar; sonst hätte Nehemia nicht dauernd in Jerusalem bleiben können, da er auch zum zweiten Male nur auf Urlaub abgereist war, mitten! Versprechen wieder zurückzukehren. Die große Versammlung ist also nicht vor dem Jahre 424 zusammengetreten, ungefähr 20 Jahre nach Wiederherstellung der Mauern, 35 Jahre nach Esra's Auswanderung. Dieser war also damals schon mit dem Tode abgegangen, darum kommt sein Name im Register der Mitglieder nicht vor. IV. Fernere Leistung der großen Versammlung. Selbst wenn wir keine bestimmte Nachricht über die Fortdauer der. großen Versammlung nach Nehemia hätten, könnten wir es aus der Natur der Sache schließen. Ist einmal der Impuls zu einem so großartigen Acte mit legaler Form gegeben, der sicherlich nicht so leicht zu Stande gekommen war, so wirkt ein solcher Aufschwung progressiv fort. Bei wichtigen Anlässen, wo es galt das Religiöse zu kräftigen, werden die Volksvertreter, die patricischen Repräsentanten der Ähroniden, Leviten und Israeliten zusammengetreten sein, um die von den Soserim ausgegangenen Vorschläge zu sanctioniren und in ihren Kreisen zu bethätigen. Das ist der Segen gemeinsamen Wirkens, daß es eleetrisch zündet und den Einzelnen begeistert, Schwäche und Bedenklichkeit zu überwinden. Wenn nicht eine Versammlung von Volksvertretern die religiösen Angelegenheiten von Nehemia's Tod bis über Simon den Gerechten hinaus wahrgenommen hatte, so begreift man nicht, wie das Judenthum unter den steten Reibungell mit den Samaritanern nicht bis zur Unkenntlichfeit verkümmert ist. Die Scheidewand zwischen Judenthum und Samariterthum ist in dieser Zeit erst ausgesührt worden. Wer stand damals vor dem Bruche, wenn nicht eine Versamuilung! Die Hohen- Priester von Eljaschib bis Onias I. waren, so viel wir wissen, ganz unbedeutend, einige derselben gar verworfen, und von hervorragend thatkrästigen Männern weiß die Geschichte des Jahrhunderts nach Nehemia gar nichts. Anstatt der Verkümmerung nehmen wir aber gerade in diesem Jahrhundert ein fröhliches Gedeihen des Judenthums wahr. Von den Schwankungen und Verirrungen, wie sie unter Zerubabel, Efra und Nehemia vorkamen, ist in dieser Zeit keine Spur mehr vor- Händen. Die Thora und die Gebote Gottes stehen als Pathos der Zeit oben an. Die alte Sammlung der Sprüche Sirachs, welche die mit c. 12, 27 setzt der Chronist die GeschichtSerzLhtung fort, von der Ein- Weihung der Mauern Jerusalems. Wie c. 12 chronologisch jünger ist, als das später Erzählte, eben so c. 10. 5*

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