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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1857-01-01 · Heft 2 · p. Seite 62

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
6 (1857)
Issue
Heft 2
Article
Die große Versammlung (Kneset ha-gedola), ihre Geschichtlichkeit, Zahl, Bedeutung, Zeit und Leistung
Date
1857-01-01
Page
Seite 62 (sequence 2)
Language
German
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Wissenschaftliche Aufsätze. 6L noiogischm Faden angelegt ist*).-— Das Zusammenberuftu der großen Versammlung gehört aller Wahrscheinlichkeit nach zu Nehemia's letzten 1) Die Aufeinanderfolge der Kapitel Ln Nehemia, die den Exegeten so viel Schwierigkeiten gemacht, scheint nach folgendem Plane angelegt zu sein. Daß der Vers, der Chronik auch Nehemia geschrieben hat, gilt jetzt als ausgemachte Thatsache. Bis Cap. 7, 5 hat der Sammler Nehemia's Denkwürdigkeiten wörtlich ausgenommen. Von da ab folgen Urkunden bis e. 12, 26. 1) Das Verzeichniß der heimgekehrten Exulanten, herbeigezogen aus der Veranlassung, weil Jerusalem dünn bevölkert war und Nehemia Bewohner herbeiziehen wollte, dazu aber das Stammverzcichniß brauchte (7, 6 bis Ende). 2) Das denkwürdige Referat über Esra's Thätigkeit: Vorlesung des Gesetzes und Entlassung der fremden Weiber (c. 8 u. 9). Diese Capitel falten in Esra's Zeit, wie es Esra Apocryphus richtig angesetzt hat. Dieses Apokryphon läßt auf den Schluß von Esra unmittelbar das Capitel 8 aus Nehemia folgen (E. Apocr. 9, 36—37). Man ist aber auch dazu innerlich genöthigt. Man vergegenwärtige sich nur die Situation. Esra wandert aus Babylonien ein mit dem ausgesprochenen Zwecke, das Volk im.Gesetze zu belehren (Esra 7,10; 25). Wie er in Jerusalem eintrifft, findet er die Colonle durch Mischehen zerrüttet. Nach langer Vorbereitung setzt er Commissionen ein, die den Umfang der'Mischehen untersuchen sollen. Das Ergebniß der Untersuchung wird mitgetheilt, und damit schließt das Buch Esra ab. Ist hier wirklich das Ende? Hat Esra also nichts gethan, um die Mischehen auflösen zu lassen, und das Volk durch Vorlesung aus dem Gesetze zu belehren? Hat er damit 13—15 Jahre gewartet, bis Nehemia ebenfalls eingewandert war? Ist das denkbar? So müßte man sich das Sachverhaltniß denken, wenn Neh. e. 8 u, 9 in die Zeit von Esra's und Nehemia's gemeinsamer Wirksamkeit gehörten. Zieht man aber die beiden Capitel zu Esra, so ist Alles in bester Ordnung. Am 1. Debet (458), 5 Monate nach Esra's Einwanderung, begann die Thätigkeit der Commissionen wegen der Mischehen, und sie vollendeten ihre Arbeit im Nissan (Esra 10, 16—17). Den Sommer über konnte wegen des Feldbaues nichts in der Sache geschehen. Erst im Tischri versammelte sich das Volk in Jerusalem, wurde von Esra durch Vorlesen aus dem Gesetze zu dem schweren Opfer vorbereitet, und nach dem Feste (24. Tischri) schritt es während eines feierlichen Gottesdienstes mit Sündenbekenntniß zur Auflösung der Mischehen. Diese Aufeinanderfolge der.Begebenheiten, hat. auch Josephus (Alterth. XI, 5, 4—5), und da er nicht der Mann war, diesen Pragmatismus zu combiniren, so müssen ihm die Quellen in dieser Ordnung -vorgelegen haben. (Ueber dm schwierigen Vers N. 8, 9 vergl. T.XX und Esra Apocr. 9, 49.) Folglich ist c. 8, 9 ein älteres Actenstück, das nicht mit c. 7 in einer altern Quelle zusammenhing. 3) C. 10 über die große Versammlung ist. aber ebenfalls eine Urkunde, aber aus der spätesten Zeit und von dem Chronisten hierher gezogen, weil durch die große Versammlung die. Verirrung der Mischehen gründlich abgethan war. 4) C. 11 ist ebenfalls ein Actenstück über die Ansiedelung der Familien in Jerusalem, hier eingesugt, weil Nehem. daraus den Maßstab entnahm, wie Jerusalem bevölkert werden konnte. 5) C. 12׳ ist selbstredend ein Actenstück, und zwar ein genealogisches. Erft

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