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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1857-01-01 · Heft 2 · p. Seite 55

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
6 (1857)
Issue
Heft 2
Article
Simon der Gerechte und seine Zeit
Date
1857-01-01
Page
Seite 55 (sequence 11)
Language
German
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55 und seine Zeit. zeitgenössischer griechischer Geschichtsschreiber, kann nicht genug die strenge Sabbatfeier der Juden anstauneu. ״Die Juden sind gewöhnt, am siebenten Tage zu ruhen, tragen weder Waffen, noch verrichten sie Feldarbeit noch irgend welche Hantirung an diesem Tage, sondern beten den Tag über bis zum Abend, und als Ptolemäos Lagi die Stadt belagerte, hüteten sie nicht dieselbe, sondern ihr Gesetz"^). Simon der Gerechte war als Hoherpriester und Gesetzeskundiger Vorsitzender und thätiges Mitglied der großen Versammlung, welche die Kräftigung der Religiosität so wirksam durchsetzte, und hatte sicherlich Antheil an den Institutionen derselben, die wir nur zunr Theil kennen. Ob aber erst unter ihm die Schriften der Propheten den Charakter heiliger Urkunden erhalten (erste Kanonsammlung) und also das sabbatliche Vorlesen aus den Propheten eingeführt worden, kann weder bejaht noch verneint werden. Vierzig Jahre soll Simon als Hoherpriester und Wohlthäter seines Volkes fungirt und seinen Tod nach Vollendung des Gottesdienstes am Versöhnungstage voraus verkündet haben. Er pflegte nämlich beim Eintritt in's Allerheiligste an diesem Tage jedes Jahr eine Erscheinung in schneeweißen Gewändern zu bemerken, die ihn begleitete, und als er einst diese Erscheinung vermißte, schien ihm das ein Vorbote feines baldigen Ablebens. Er starb sieben Tage nach dem Feste (um 300). Die Nachwelt verehrte ihn als einen Heiligen und erzählte sich von ihm, bei seinem Leben seien die sichtbaren Gnadenzeichen Gottes niemals ausge- , blieben. Nach seinem Tode begann der leichtsinnige Hellenismus allmälig einzudringen; schon sein Enkel, Joseph beu Tobia, war d'avon angesressen, und seine Urenkel gingen mit dem bösen Beispßel des Abfalls vom Judenthum voran und veranlaßteu die Leidenszeit unter der Tyrannei des Antiochos Epiphanes. Nach Simon's Tod sollen die Frommen im Vorgefühl dessen, daß Entartung und Abtrünnigkeit der Söhne Israels bevorstehe, das Aussprechen des heiligen Gottesnamens außer Brauch gesetzt haben. Nur die Priester, wenn sie täglich zum Schluffe des Opferdienstes dem Volke vom Duchan herab den Segen ertheilten, oder wenn der Hohepriester am Versöhnungstage das Sünden- 5) Bei Josephus conto Apionem 1. 22 Ende.

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