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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1857-01-01 · Heft 2 · p. Seite 50

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
6 (1857)
Issue
Heft 2
Article
Simon der Gerechte und seine Zeit
Date
1857-01-01
Page
Seite 50 (sequence 6)
Language
German
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50 Sinwtt der Gerechte aus Zerstörungslust Unschuldige über die Klinge springen- Städte in Flammen aufgchen zu lassen, blühende Länder in Einöden zu verwandeln, oder gar die unterworfenen Völker ihrem Boden zu entreißen und fle in ferne Gegenden zu verpflanzen. Er verlangte nur Unterwürfigkeit Und allenfalls Natnralienlieferung für sein zahlreiches Heer, üttd die vorderasiatischen Völker und Judäa Mer ihnen hatten keine Ursache, ihm entgegenzutreten, da sie keine besondere ÄnhängÜchkeit an die persischen Despoten hatten und oft genug von den Satrapen geschunden wurden, um einen Wechsel der Herren nicht willkommen zu heißen. Als daher Alexander nach den ersten Siegen über die persischen Heereshanfen nach Shrieü kam, um sich nach Egypten zu begeben, setzte ihm außer Tyrus und Gaza kein Länd Widerstand entgegen, sondern die Könige begrüßten ihn huldigend. Simon der Gerechte, als erster Würdenträger und Vertreter der jüdischen Nation ging dem Sieger in höhenpriesterlichem Schmucke bis in die Nähe der Meeresküste entgegen, begleitet von einer Priesterschäar im Ornate und den Edelsten des Volkes ^). Die Sage erzählt, Alexander cul, um in dieses Dunkel einiges Licht zu bringen. Die Dauer der Regierungsjahre der Hohenpriester von den Nachkommen des Josua ben Jozadak in Syncellus' Chronographie und dem OLronloon Paschale (abgesehen daß diese beiden Secundärquellen einander durchweg widersprechen) ist willkürlich und unzuverlässig, da die Hauptquellen keine Data darüber tradiren. Schlägt man indessen die Negierungsjahre der sechs Hohenpriester von Josua bis Jaddua noch so hoch, durchschnittlich zu 30 Jahren, an, so betrügen fle Zusammen 180 Jahre. Zieht man diese vom Ende des babylonischen Exils, dem ersten Jahre des ersten Hohenpriesters, von 536 a. CH. ab, so fiele das Ende von Jaddua's Leben in's Jahr 358, d. h. lange vor Alexander. Auch daraus erhellt, daß Jaddua Alexanders Zeit nicht erreicht haben kann, wohl aber Simon der Gerechte, der um eine Generation sHter^ lebte. Krochmal's Einwendung (in Kerem^ Chemed und More 109),'daß Simon nicht im Beginne der griechischen Periode gelebt haben könne, weil dann sein Jünger Antigonos aus Socho nicht schon einen griechischen Namen geführt haben könnte, ist unerheblich. Der Ausdruck: משמעון הצדיק bedingt nicht die unmittelbare Diadoche, wie denn auch zwischen Jose ben Joeser's Tod (vor 160) und Simon ben Schetach's Function zu Alexander Janai's und Alexander's Zeit (100—70) mehr als eine einzige Generation liegt, also eine Lücke von mindestens einer Generation besteht, und doch verbindet die Mischna Abot die Diadoche durch קב^ו מד,מ. — Das Schlußergebniß dürfte daher unzweifelhaft sein, daß nicht Jaddua, sondern Simon der Gerechte in Alexander's Zeit fällt. Man wird es mir daher nicht verargen, wenn ich der talmudischen Tradition vor Josephus' anachronistischen Fehlern den Vorzug gebe. 5) Josephus Alterth. XI. 4, 5 und Talmud Joma 69 stimmen in den

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