Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Das Buch der Jubiläen
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 398 (sequence 19)
- Language
- German
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398 Wissenschaftliche Aussätze. eutsvrecheud. In Palästina war, wir bekannt, die Priesterherrschaft sehr hesibraukt: selbst das Lebramt war frei, war nicht an Eleburt und Abstaiuinnng geknüpft. — (fine den Geist befriedigende und erbebende Richtung scheint übrigens die Leontopol. Lehrweise nicht genommen zu haben: sie bewegte sich zumeist im Kreise der Engel- und Dämonenlcbre. Die in Egypten von jeder verwaltende düstere Mystik nährte und förderte die tbeosopbische Schwärmerei, und eö wuchfen die vielleicht aus Palästina herübergekommenem Elemente zu ungemeinem Umfange heran. So kennt selbst die spätere paläst. Hagada nur einen ״Engel des Angesichts" (שר הה:ים), im B. d. I. gibt es deren eine Vielzahl, l'ier theilen sich die Engel in ״die Engel des Angesichts und Engel der Heiligpreisung" (3, 9 und sonst). -- Eine große Nolle spielt Mastema, der oberste der bösen Engel (Dämonen), und diffcrirt ungemein von dem Satan der paläst. Hagada. Schon in den verschie« denen Benennungen liegt eine ungemeine Kluft: st2L׳ ist der Etymologie nach der Hinderet, Ankläger; >םי2םםר der Haß, der absolute Feind. Noch folgenreicher ist die Verschiedenheit der paläst. und Leontopolit. Auffassung. Der שמן der Pal äst. ist nicht das absolut böse Prineip, nicht der an der Spitze böser Engel stehende Herr der Finsternis!; im B. d. Jub. ist 'Mastema der Oberste der bösen Geister, ihm wird ein Zehntel der Dämonen (neun Tbcile fahren hinab an den Ort des Gerichts) übergeben, ״sie sind da, spricht Mastema, um zu verderben und z» verführen, nach meinem Befehle unter meiner Herrschaft" (2, 253). Hier also das Böse ein Urprineip (der Teufel), der polytheistische DnalismuS in zwar etwas veränderter Gestalt — Mastema ist unter die Macht Gottes gestellt —, aber die Aussöhnung, die Vereinbarung des Guten und Bösen in einem Prineip, ist nicht gefunden^). Auch Manches über Sitten und Gewohnheiten der Inden EgyptenS dürste hier wahrzunebmcn sein. So scheint, daß häufig Geschwister« kinder einander gebeiratbet. Im B. d. I. (2, 243) hcirathet durch mehrere Geschlechter der Cousin die Cousine, und zwar merkwürdigerweise stets die Tochter der Schwester des VaterS'). — Die jüngere Tochter vor der älteren zu verheirathen, scheint verpönt gewesen zu S) Hingegen ist eine Zahlensymbolik nichi wahrznnehnrcn. Der Verfasser liebt zwar die Zabl ״siebe»", vergljedoch Beer S. 47. Das, den Jubiläen eine besondere Hochhaltung gezollt wurde, ist nicht wahrzunchmc». Das Zobel bildet, als in größeren Perioden wiederkebrend. ein natürliches Zeitmaß für die Zeitbestimmung. l) In Palästina scheint man gern die Tochter der Schwester gcehelicht zu haben. Bgl. Jebamot 62. Vgl. auch Maimonidcs Jsure Bia c. 2 zu Ende.