Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 9
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 358 (sequence 3)
- Language
- German
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358 Reccnsionen und Anzeigen. und nach der negativen Seite recht glücklich, insofern er Manetho jede Glaubwürdigkeit abfvndit; nach der positiven Seite hingegen, wo er auf die Fixirung der israelitischen Chronologie eingeht, bietet er uns ganz unhaltbare Hypothesen. Sein erster Beweis von Manetbo'S Sagenhastigkeit ist zwar nicht schlagend. Vers, behauptet, Manetho, wie aus der Vorrede zu seiner Geschichte der egyptischen Dynastien, oder aus dem Briefe an Ptolcmans PhiladelpbuS hervorgeht, babe gar nicht eine strenge Geschichte geben wollen, sondern nur eine Art Prophezeibung von dem künftigen Schicksale der Welt: 775x!. rorv [^cXacvtm t<3 wir batten es also nicht mit einem Historiker, sondern nur mit einem Schwärmer zu thun, auf dessen Darstellung nicht viel zu geben sei. Allein die Unechtbeit dieser Vorrede oder des Brieses ist langst erwiesen (vgl. (>. Müller, Fragnienta histor. graecor. zu Manetho) und erlaubt keine Schlußfolgerung auf die Tbatsachen der Dynastien. Dieser Brief muß iu Derbältniß gcsept werden zu dem Aristeasbrief über die Entstehung der Septuaginta, und die Frage kann dann entschieden werden, welcher von beiden ist sagenhaftes Original und welcher Eopie? Der zweite Beweis des Vers, von Manetho's Sagenbaftigkeit ist dagegen triftig. Manet! o versetzt die Hyksosfestung Avoris (oder Aboris, woraus Ewald עבר machen wollte) in den saltischen Nomos, östlich vom bubostischen Nilarme. Mit Necht sagt der Verfasser, daß diese Localitätsbestimmung ein geographischer Schnitzer ist; denn Avoris kann unmöglich in dem westlichen Nomos SaiS, und zugleich in dem östlichen Bubostis gekegen haben. Eine andere GeschichLswidrigkeit findet der Vers, in Manetho's Erklärung des Wortes Hyksos. Hyk soll in der heiligen Sprache {mS? tepav YXoaaav) Äöni$, und Sos in dem Volksdialekt Hirte bedeuten (x^-x rr,v xctvYjv StaXsxTov), also zweierlei Dialekte sott es in Egypten gegeben haben. Offenbar hat Manetho das Vorhandensein zweierlei Schristzeichen, der heiligen und vulgären, auf die Dialekte übertragen. Der Vers, kommt aus diesen und andern Momenten zum Schluffe, daß Manetho keineswegs quellenmäßig zu Werke gegangen ist, sondern gestiffent.lich die israelitische Geschichte entstellt hat. Er kannte die pentateuckische Erzählung vom Ein- und Auszug der Jsrae- Iiteit, und identisiürte absichtlich die Hyksos mit den Israeliten, um den Letztem etwas anzuhängen. Er verwechselt offenbar Moses mit Joseph; weil der Letztere die Tochter eines heliovolitanischen Priesters (כהן און) gedeirathet, macht der sebennytische Tableur Moses zum heliopolitanischen Priester. Eine absichtliche Verdrehung erblickt auch der Verfasser in dem Punkte, daß Manetho Jerusalem von Moses erbauen