Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 9
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 357 (sequence 2)
- Language
- German
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Recenstonen und Anzeigen. 357 Ewald, von Lengerke, sondern auch Philologen, Historiker und Egyp» tologcn: Bunsen, Böckh, LepsiuS, Duncker und Andere. Die Fragen, die zunächst dabei auffteigcn, sind: sind die Hyksvs identisch mit den Hebräern, specicll mit den Abrahamiden, oder wenigstens stammverwandt mit ihnen, oder standen sie außer aller verwandtschaftlicher und histo» rischer Beziehung zu ihnen? Widerspricht die manethonische Erzählung von dem Einfall der HyksoS in Egypten und ihrer Auswanderung dem mosaischen Bericht von der Einwanderung und Auswanderung der Israeliten, oder bestätigt sie ihn? Ergibt sich aus den Angaben des sobennytischc» Priesters von den HyksoS ein Anhaltspunkt für die Ehronologie des Aufenthaltes der Abrabanüden in Egypten oder nicht? Alle diese Fragen sind von den Forschern je nach dem verschiedenen Standpunkt verschieden beantwortet worden, und man hat ein Recht, von der angezeigte» Rhlcinannschen Monographie zu erwarten, daß sie die DiScussion spruchreif machen und das Thema abschließen werde, da der Verfasser zugleich des Egyptischcn und Semitischen kundig ist, eine Bedingung, ohne welche kein sicheres Urtbeil über diese Frage möglich ist. Indessen befriedigt die Broschüre nur zum Thcil diese Erwartung und fördert keineSwcgeS im Ganzen die Lösung. Störend ist, daß der Vers, gewissermaßen!»cl vocem Egypten Manches herangezogen, was weder zu dieser Frage gehört, noch überhaupt neu ist. und das 53 Seite», also über die Hälfte der Broschüre einnimmt. Vers, will bei Gelegenheit eine Lanze gegen den längst antiquirten, höchst oberflächlichen Standpunkt v. Bohlcn'S breche» und gibt sich Mühe des Wettläustigcn zu beweist», daß der Pentateuch, so weit er von egyptischcn Verhält« nissen spricht, wirklich das egyptischc Leben treu reflectire. Allein das Alles ist schon gesagt worden, daß das Tragen der Halskette eine ägyptische Würde bezeichne, daß יאור־ und אחו egyp tische Wörter sind, daß פוטיסרע ein cgyptischer Name ist, gleich?otü-l'Iiro — Angchö« rigcr der Sonne (qui solis est) und אסנח — Asc-Nei'tli, Priesterin der Neith. Selbst die Erklärung der sicherlich egyptischcn Wörter אברך und צפנת פענח (oder wie die Eeptuag. verstümmelt daß das erste ״Beuget das Haupt" — Apc-Rok und das leptere »!ulvntor nruulll bedeutet, ist seit IablonSky genügend erwiesen. Nicht minder bekannt ist, daß HcrodotS Bericht von dem Mangel an Weinbau in Egypten nichts gegen die Glaubwürdigkeit der biblischen Erzählung von dem Vorhandensein der Trauben im Nillande verschlägt, indem die ausgcsundenen Denkmäler hinlänglich darthun, daß der Vater der Geschichtsschreiber in diesem Punkte schlecht unterrichtet war. , In Beantwortung der Hauptfragen ist Vers, zwar selbstständiger.