Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Briefe aus Jerusalem
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 334 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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334 Briefe aus Jerusalem, ״(H ist mir die unliebsame Mittbeilung vielseitig zugckommen. daß einzelne Individuen Ihrer Gemeinde gegen die von Frau Elise von Hcrz-Lamel gestiftete Anstalt für Jerusalem und gegen Herrn De. L. A. Frankl Opposition machen. Weit entfernt Ihnen zumntbm zu wollen, was Sie gegen Jbre religiöse Ueberzeugung ballen, mache ich Sie für jede Unanständigkeit, wie jede wie immer geartete Demo»- stration verantwortlick, und nachdem die Anstalt unter den Allerb, Schutz Sr. Majestät des ÄVcufcrö von Oesterreich gestellt ist, und die k. k. Regierung die Aussübrung will, werde ich jede £ ppvsitivn gegen die Anstalt, jede etwa beabsichtigte Beleidigung des Mannes, der >!e auszufübren gekommen ist, nach dem strengen Wortlaute des Gesetzes abnden. Ich hoffe und wünsche, daß Sie mich nicht in die unange- »cbmc Lage bringen werden, diese meine bestimiute und gemessene Pflicht in Aussübrung bringen zu müssen. Jerusalem, 12. Juni 185(». Pizzomano" Mebrere Tage daraus erging folgendes Belobuugsdecrct: ״Se. Exeellenz der Pascha von Jerusalem an den Ebacham-Paschi der Großgcmcinde! Ick babe vernommen, daß ein Angehöriger des -laisertbums Oesterreich, ein Ausgezeichneter der hebräischen Nation, Herr Dr. L. A, Frankl, in Jerusalem angekommen ist, um eine Unterrichts-Anstalt zu begründen, in welcher Religion, Wissenschaft und Moral gelehrt werden sollen. Ich freue mich sebr Solches zu vernehnien, und daß sich so der Wunsch und Besebl unseres großmächtigsten Herrn, des Padischah's, Schulen zu errichte», erfüllt. Nimm dies zur angenehmen Wissenschaft und Gott möge Dich in seinen Schutz nehmen und Euch Alle behüten. Äiamil Pascha," Wahrend die hohe Bebörde des Sultans die Annahme der Anstalt Seitens der Großgcmeindc dankend anerkannte, wagten cS wieder einige russisch-polnische berüchtigte Individuen, am 14. Juni die Andacht an der Westmauer des Tempels zu stören, indem sie Protestation und den beliebten Eherein, mit den, schon Sir Moses Monteffore beehrt wurde, gegen die Anstalt aussprachen. Am darauffolgenden Sabbattage lasen zwei unmündige Leute in den polnisch-russischen Synagogen eine Schrift vor, i» der sie zum Nichtbeitritte aufforderte». In einigen Synagogen wurde ihnen die Vorlesung nicht gestattet, in den 4 fephardischen wurde sie natürlich gar nicht versucht. Der österreichische Eonsul, der seine Würde und Autorität aus diese Weise verletzt fühlte, schritt nun. um seiner wohlgemeinten Warnung Nachdruck zu geben, thatjächlich ein, ließ die Betheiligten vorladen