Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Briefe aus Jerusalem
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 335 (sequence 6)
- Language
- German
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Briefe auS Jerusalem. 333 und nahm ein Protokoll mit ihnen auf, dem zu Folge sich ergab, daß sie obne Wissen der Borsteher, aus eigenem blödem Antriebe so gehandelt batten. Nach ihrer Verhaftung im Scrai verwendeten sich die polnischrussischen Vorsteher, unter der ausdrücklichen Versicherung ihrer Nichtbetheiligung, vergebens für die Maßlosen. Dieselben, Hr. 91. Mosche, Schmolkc Horowitz, R. Sunde! Galant und R. Jescbaja Bordaki ließen nun durch einen Abgesandten Herrn Or. Frankl, der erst jetzt zur Kenntniß des ganzen Vorganges gelangte, bitten, sich für die Freilassung der Verhafteten zu verwenden, woraus sich derselbe sogleich zum österreichischen (Konsul begab, und seiner Fürbitte allein hatten es die Verhafteten zu verdauten, daß sie schon nach 24 Stunden — sie waren zu :;tägiger Haft verurtbeilt —• sreigcgebeu wurden. Wir gehen zu der erfreulichen Seite unseres Berichtes über, indem wir mittbeilen, daß Herr Dr. Frankl, unbeirrt von all dem Kleinen und Gemeinen, mit dem seine berühmten Vorgänger gleich ihm zu kämpfen hatten, bereits ein schönes Haus für die Anstalt gemietbet hat. Aus den Fenstern der Lebrsale blickt das Auge in den innern Hofraum des salomonischen Tempels und auf die ganze kuppelreiche Stadt. Maurer. Tischler, Schlosser u. s. w. sind rüstig thatig, das türkische Haus in guten Stand zu setzen. Gin Eomitö, zusanimcngesetzt aus 5 der geartetsten Persönlichkeiten, ist bereits mit dem Gutwürfe der Instruction für zwei Lehrer — deren glückliche Wahl allgemein anerkannt wird — thätig, und die Vormerkungen zur Ausnahme von Kindern werden vorgenommen. Die Zahl übersteigt bereits das Vierfache derjenigen, welche Raum finden kan». Die Kinder österr. Unterthanen, so wie Waisen finden unbedingte Aufnahme, dann erst können andere berücksichtigt werden, vr. Frankl kann nun nicht inehr ungestört durch die Straßen gehen; da ist es ein Vater, dort eine Wittwe, endlich Kinder selbst, die ihn bitten, sie zu berücksichtigen. Und so ist durch die un beirrte Ausdauer und Energie, in welcher Herr vr. Frankl namentlich auch durch zwei seiner trefflichen ärztlichen College!!, die Herren Doctorcn Frankel und Reumann, wie die angesehcnsten Chachamim unterstützt wurde, ein Werk geschaffen, das zum Heile und zum Frommen der heiligen Stadt gedeihen soll und wird. In längstens 14 Tagen wird die feierliche Einweihung stattfindcn. M. . . . 1\ 8. Um ja keiner Irrung Raum zu geben, bemerke ich, daß die Chiffre unter diesem Berichte ein Em und 4 Punkte ist.