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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1856-01-01 · Heft 9 · p. Seite 323

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
5 (1856)
Issue
Heft 9
Article
Die hebräische Inschrift in der Kirche San-Benito oder del Tránsito in Toledo und ihre Geschichte
Date
1856-01-01
Page
Seite 323 (sequence 3)
Language
German
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323 in der Kirche San-Bcmto k. ins Spanische übersetzt). Um dieses Werk drucken zu lasse», übersandte eS Hevdeck dem Minister kmanuel Goden, genannt der FricdenSfürst, der es der königlichen Akadeniie überwies, um sich gutachtlich darüber zu äußer». Diese übertrug das Geschäft der Censur zweien ihrer Mitglieder, den Bibliothekaren Temas Sanchez und Maria Trigucroö, und da der erstere trank war, und der letztere wenig von der Sache verstand, so erhielt Hevdecks Werk durch die königliche Akademie das Imprimatur, und die hebräische Uebersetznng ans der schlechten spanischen galt kraft der Autorität eben dieser Akademie als treue Kopie. Sobald Hevdcckö Jllustracion gedruckt war (171)5), erkannte indessen Sanchez, der etwas mehr von der Sache verstand, als sein Kollege, daß die Akademie sich blamirt habe. kr erinnerte sich nämlich, daß Perez Bayer, dem die jüdische Numismatik so viel zu verdanken hat, bereits im Jahre 1752 eine gute Kopie der Inschrift hatte abzeichnen lassen, und die Lücken vermöge seiner mehr als mittelmäßigen Kunde des Hebräischen zum Thcil ergänzte. Sanchez nahm Bayers Arbeit, die sich handschriftlich in der Bibliothek befand, zur Hand, verglich damit Hevdecks Werk und fand, daß das letztere ein ge׳ lehrter Humbug war. Bcschänit darüber, daß die Akademie unter seiner Mitverantwortlichkeit ein Machwerk für das Original anerkannt hatte, veranlaßte Sanchez, daß die Akademie eine kom- Mission nach Toledo absandte, welche sich überzeuge» sollte, ob Beyers oder Hevdecks Kopie der Ocigiiialinschrist entspreche. Die Kommission erfuhr in Toledo noch mehr, daß Hevdeck cs darauf angelegt hatte, die gelehrte Welk zu betrügen, daß er die Inschrift kaum angesehen haben formte, indem er in seinem Werke behauptete, sic sei vollständig und leserlich, während sic fand, daß der Theil A theilweisc, und B größtentheilü durch Brüche und Gyps׳ Überzug gelitten hatten. Sie erfuhr endlich, daß der Fälscher einige Jahre vorher eine anderslautende Inschrift als Kopie vor׳ gezeigt, daß er demnach seine Arbeit corrigirt hatte. Nachdem die Akadeinie vott ihrer Kommission diesen Bericht entgegcnge׳ nommen, beschloß sie, den König Karl IV. auzugeheu, ihr zu gestatten, zur Wahrung ihrer Ehre ihr Urtheil zu widerrufen und die gelehrte Welt über Heydecks Betrügereien anfzuklären. Heydeck, dessen Nuf auf dem Spiele stand, gab sich aber Mühe, das Vorhaben der Akademie zu Hintertreiben und erwirkte vom König einen Befehl, daß die Akademie nicht gegen eine Schrift zu Felde ziehen sollte, welche durch ihre Approbation gedruckt wurde. Es 25*

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