Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Die hebräische Inschrift in der Kirche San-Benito oder del Tránsito in Toledo und ihre Geschichte
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 322 (sequence 2)
- Language
- German
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322 Di« hebräische Inschrift Diese Inschrift hat die jüdische Gemeinde von Toledo einem ihrer verdientesten Glieder ans Dankbarkeit und Bewunderung an die Seitenwände einer neuerbauten schönen Synagoge anbringen lasten. Nach der Vertreibung der Juden ans Spanien wurde diese Synagoge, wie so viele andere, in eine Kirche verwandelt, und erhielt de» Taufnamen miesfra sennora d>- Sau Benito, und den vulgären Namen von der Passage abgeleitet, <lel Transit«. Die Inschrift war noch im vorigen Jahrhunderte, wenn auch zum Theil verstümmelt, gut erhalten und bestand aus zwei Theilcn, die zusammen gehören, (dies zu beweisen, ist eben Aufgabe dieses Artikels). Der eine Theil au der linken Seite vom Eingang, in der Kirche genannt Seite der Epistel (,V), und der andere Theil an der entgegengesetzte!» Seite, in der Kirche Seite des Evangeliums (B). Beide Theile haben gleiche 12 Zeilen, mit großen hebräischen Buchstabcu zierlich en reliel' geschrieben, die einen Raum von!) (spanischen) Fuß Länge und 3 Fuß Breite cinnehmen. Der Theil A ist noch ziemlich gut erhalten, nur hin und wieder hat er durch Brüche und Gvpsüberzug an den Randern gelitten, und hier ist es leicht, das Lückenhafte zu ergänzen, schwerer hingegen bei dem Theile B, der bis auf das Ende der Zeilen und gerade in den Hauptpunkten unleserlich geworden ist. Eine geraume Zeit blieb die Inschrift gauz unbeachtet, weil sie in hebräischen Charakteren geschrieben war, die Wenige in Spanien zu lesen verstanden, oder vorgebcn mußten, nicht zu versieben. Erst zwei Jahrhunderte nach ihrer Entstehung hat sie ein Jude, wahrscheinlich ein Maranne, ins Eastilianische übersetzt, und diese Uebcrsctzuug ging in die Chronik de las tr«s ordenes militares von Rades de Andrada (!572) über. Da wir jetzt im Staude sind, das Original mit der Ucbersctzuug zu vergleichen, so zeigt eö sich, daß sie wenig taugt und die Entzifferung der unleserlichen Lücken eher zu bindern als zu fördern geeignet ist. Im Jahre 178!) und!)4 übertrug ein spanischer AltcrthumSforschcr, Juan Joseph Heydeck, der ein wenig hebräisch verstand, die spanische Uebcrsctzung zurück ins Hebräische, ohne sich das Original genau anzusehen, hatte dabei die Unverschämtheit, diese Schülerarbeit als eine treue Copie der Inschrift auszugeben, und schrieb ein Werk darüber unter dem Titel: Illusiracion de la inscripcion hcbrea, que se halla en la iglesia de nuestra sennora del Transito de la ciudad de Toledo, traducida en espannol (Beleuchtung der hebräischen Inschrift, die sich in der Kirche zu Toledo befindet