Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Die hebräische Inschrift in der Kirche San-Benito oder del Tránsito in Toledo und ihre Geschichte
- Date
- 1856-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Die hebräische Inschrift in der Kirche San - Benito oder dcl Triinsito in Toledo und ihre Geschichte. Untor iH'1, geringe» iieberbleibseln hebräischer )nschriste» hat feine so i'ii'l Llnfmctksamkeit erregt, als diejenige, welche sich in einer aus einer Svnagoge verwandelten Kirche in Toledo bcsindet. Die königliche Akademie für beschichte in Madrid hat sie genau cvviren lassen und ibr eine eingehende Untersuchung gewidmet; ein König und ein mächtiger Minister haben bei deren Berösfenllichnng ihr Machtwort geltend gemacht, und ein Alterthnmssorscher ist an ihr;mit falscher geworden. Merkwürdiger Weise ist das echte Original dieser Inschrift in jüdischen Kreisen ziemlich unbekannt, die Forscher kennen nur die verfälschte Inschrift; daher koniint es, das; der Eutziffernng des zum Theil lückenhaften Denkmals die endgültige!Revision von jüdischer Seite abgeht. Liefert die Inschrift auch der jüdischen Geschichte nur geringe Ausbeute, so ist sic doch in mancher Hinsicht nicht uninteressant schon darum, das; sie zu Ende dcö abgelanfenen Jahrhunderts den Gegenstand eines erbitterten Federkrieges in Spanien bildete. Sie beurkundet ferner eben so wie die toledanischcn Grabschristcn ans dem vierzehnten Jahrhundert de» niedrigen Stand der hebräischen Stylistik in Spanien im Jahrhundert des Adarct und Simon d'Oran. Sie zeigt recht auffallend, daß die schöne Blüthenzeit der Gabirol, der Abul-Hassan, der Jbn-Esra und sogar die der Alcharisi entschwundcn war, dafür aber der gesunkene Geschmack der Penini so reißende Fortschritte gemacht hatte, daß die Begeisterung selbst sich nur in gekünftcller Reimerei äußern konnte. Die Inschrift verdient daher jedenfalls bekannter zu werden, als sie es heute noch ist, da ihr wahrer Inhalt, wie gesagt, noch nicht kritisch ermittellist. Frankel, MonalSschM.' V. S. 25