Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Medicinisches Gutachten über eine jüdische Ritualie
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 302 (sequence 4)
- Language
- German
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MebicimschtS Gutachtcn 862 Idcr vo\>?, intdlcct־״!) bezeichnet und darum hier die Benennung nn שם־ז;, bei dem Blute hingegen beißt es פש:, das tbierische Leben. - Der Vers, erblickt hieraus in dem Verbote des BlnteS eine dem Morgcnlande angemessene Sanitätsmaßregel. Wir mögen hierüber nicht von seinem Standpunkt ans mit ihm rechten; wohl aber mag <S dem Talmud ebenfalls unbenommen bleiben, de» religiösen Standpunkt, den auch der Vers, dem Gesetze einränmt, festzi'yaltcn. . Sehr befremdend meint der Vers. sE. 70), ״der Talmud sei unter den Einflüssen einer Zeit ausgearbeitet worden, wo das Ehristenthnm uitd der MuhamcdiSmnS gleichzeitig das Judenthnm bcdrohetcn". Aber der Vers, läßt doch einige Seiten vorher den Talmud ״im I . 600 erscheinen": und der Muhamediömnö trat erst im 7. Jahrhundert hervor! - Hören wir weiter. ״Ter Schächter muß vor dem Schächten ei» (siebet verrichten und den Segen anssprechen". Ein Gebet verrichten! ״Nicht um dein Tbiere einen qualvollen Tod zu ersparen, schneidet der Schächter die Kehle und den Schlund ein; der Talmud gebietet diese Vorschrift, damit das Blut ans den Adern abfließt. Ohne Aufenthalt muß er schächlen, damit das Blut nach Ansicht der Talmudisten nicht zurücklreten kann." Wir haben schon die Gründlichkeit dieser Säße kennen gelernt. ״Die Anordnung, daß das Messer keine Scharte haben soll, daß der Schächter mit dem Messer nicht reißen soll, wird deshalb vorgeschriebe», weil in Erod. 31, 22 gesagt ist, Fleisch von Thicren, die auf dem Felde zerrissen werden, sollet ihr nicht essen." Nur ein kaum zu begreifender Irrthnni, auf dessen Entwirrung, da er gar zu lächerlich ist, wir 1u׳ö nicht einlassen wollen, konnte diesen llnsinn dem Talmud aufbürdeu. - ES wird hierauf fortgefahren: ״Wie wahrhaft naiv die Talmudisten erklären, warum das Blut bei Vögeln;»gedeckt wird, gehet daraus hervor, daß sic auf 1. Buch Mosis 24, 46 beziehen: Nebecca halte ihre monatliche Zeit, sic schämte sich vor dem Knechte Abrahams, da kamen die Vögel und deckten das Blut zu; und deshalb wird daö Blut des Federviehes beim Schlachten mit Asche bedeckt." Wie wahrhaft naiv der Herr Verf. den Talmud zu erklären weiß gehet daraus hervor, daß er vergessen daß die Schrift ausdrücklich sagt Levit. 17, 13: ״Wenn Jemand ein Thier oder einen Vogel jagt und vergießt sein Blut, so soll er es mit Staub bedecken." Wohl mag nicht beansprucht werden, daß der Ziinger der medicinischen Wissenschaft sich mit der Schrift und deren Interpretation durch den Talrnud beschäftige; aber wohl ist an den Mann der