Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Medicinisches Gutachten über eine jüdische Ritualie
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 301 (sequence 3)
- Language
- German
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über eine jüdische Ritualie. 301 w.ir zu: so viele Worte in diesem zweiten Satze, so viele Unwahr« beiten, die, will man ihnen nicht Böswilligkeit unterlegen, von der tiefsten llnwiffenheit zeigen; das Schächten wird mit dem Znrücktreten des Blutes durchaus nirgend in Verbindung gebracht. Nicht besser empfiehlt sich der folgende Satz: ״)st das Thier durch das Schächten nicht gestorben, so wird es so lange ans den Kops geschlagen, bis es tvdt ist." Eine handgreifliche Unwahrheit! Nur wenn das Thier, nachdem die Lust- und Magenröhrcn durch« schnitten sind, lange nicht verenden will, kann man ihm mit einem Messer auf den Kops schlagen svergl. Tnre Sahab Jorc- Dea 07. Glosse 2). — Falsch ist Punkt 4: ״das Blut von vier« füßigeu Thiercn darf nicht zngedeckt werden, man muß cs laufeit lassen". Hier mnß sein: das Blut von viersüßigen Hansthiereit braucht nicht zngedeckt zu werden, man kann es laufen lassen; und ist hierdurch der Gegensatz gegen das Blut von viersüßigen ilichtzahmen Thieren auögedrückt, das nach Levit. 17, 13 zngedeckt werden mnß. Der Vers, gehet hierauf Punkt 5. 6 aus die für reine Thicre geltenden Wiederkäuer ein und was das geschlachtete Tbicr zuin Genüsse unbrauchbar trephe macht, wobei zumeist die Lnngenkranthciten hervvrgehoben werden. Hier ist der Schoch et, der aus einem Eompeudium wie Ohcl Jizchak u. s. w. seine Studien gemacht, nicht zu verkennen. Als Probe mögen Stellen genügen wie ״)edes Bich ist unrein, wenn man in ihm eine Nadel findet". ״Thicre, die irgend eine Verletzung haben, sind unrein". Nachdem Punkt 7. 8. ll über Spannadern, todtes Vieh und Ein׳ salzen des Fleisches nicht ohne einige Unrichtigkeiten gesprochen wird, folgt das Räsonnement des Verfassers. Er erzählt (S. 04): ״Moses ging von der Idee aus, daß eine Vermischung mit dem Blute der Tbiere einen nachthciligen Einfluß aus die Gesundheit und den Eharakler der Menschen anSübe. Er suchte im Blute die Quelle der Seele, den Ursprung des geistigen PrincipS, eine Anschauungsweise, wie wir sic später bei den alten Griechen wie« derfinden." Eilte größere Vertrautheit mit dem von ihm behanselten Stoffe, ja ein nur etwas tieferes Eingehen in die Bibel würde den Herrn Verfasser von selbst darauf geführt haben, daß MoseS ein selbstständiges, immaterielles, geistiges Princip als den Träger des Lebens angenommen. ״Gott blies in seine Nase einen lebendigen Hauch und der Mensch wurde zuin belebten Wesen", heißt es Genesis 2, 7. Hier ist das geistige Wesen im Menschen Jriinfcl, MmiatSschnft. V. 8. 23