Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Über jüdische Gelehrsamkeit und Literatur in den Niederlanden
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 287 (sequence 3)
- Language
- German
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in den Niederlanden. 287 wird, darauf hinziclendcn Beschlüsse des Königs Ludwig, erschiene» »ech derartige Verordnnngen in den Organischen-Vorsckrifte», aus welche Art die israelitischen Religionsschnlen und der Unterricht sollte eiugeriättet werden, in einer königlichen Resolution vom 10. Mai 1817 '). Die spanischen und itali.mischcn Inden sprechen, wie allgemein angenommen wird, das Hebräische richtiger ans als die anderen Inden; auch ist die Handschrift Elfterer meist weit schöner als die der Hochdeutschen und Orientalen. Jedoch waren sowohl diese als jene gewöhnt, die Jugend in der hebräischen Sprache ans eine sehr mangelhafte Weise unterrichten;,11 lassen; sie nahmen nämlich keine Rücksicht ans die Sprachrcgcln, so daß die Äenntniß, die diese davon erlangte, oft bloS das Resultat einer vieljährigen Hebung war''). Hinsichtlich des sogenannten Rabbinischen, oder der Sprache in der die Inden, vorzüglich ihre Rabbinen, seit einigen Jahr- Hunderten meist geschrieben, so ist diese anö der Sprache der heiligen Urkunden hervorgegangen, hat aber durch neue Einmischlingen nicht geringe Entstellung erlitten. Ruch ist dieses Rabbinischc nach der Verschiedenheit der Abstammung derjenigen, die sich dessen bedienten, verschieden'׳). Die spanischen Juden halten spaiiische, die Portugiesen Wörter ihrer Sprache darunter gemischt; und so verhielt es sich auch bei de» Anderen. Doch wurden die Rabbinen je nach der Weise, wie sie in ihren Schriften der Reinheil des alte» Hebräischen näher kamen, höher geschaht, was ihnen dann und wann auch ziemlich nlit mehr oder weniger Erfolg gelungen, und manche haben den Ruhm erlangt, sich auch über Begriffe und Gegenstände der neuern Zeit in rein hebräischer Sprache anözudrncken. Die Anwendung dieser Sprache zeigt also in vieler Hinsicht Aehnlichkeit mit der der lateinischen in der gelehrten Welt des 16. und 17. Jahrhunderts"). Oft erweckt die Schreibart der Rabbinen den christlichcil Gelehrten viele Schwie» 3) Sichc Van Hameloveld, Niedert. Pandccten- Ol. IV. p. 106—71. -i) Diese Weise ist für jüdische Kinder, denen die hebräische Sprache nicht Gelchrtensprache sein soll, nach dem Urtheitc der competentcsten Richter die angemessenste. D- Red. 5) Siche Richard Siinon, Histoirc critwjuc du Vieux Testament.;)U'tt. 11*85. 4.!>. :184—85. 0) Siehe ferner hierüber Beugnet, I.cs Juifs d’Oeeidcnt. Part. 111. p. 5. 0. 22'