Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Über jüdische Gelehrsamkeit und Literatur in den Niederlanden
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 288 (sequence 4)
- Language
- German
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288 Ut'lvr indische ('n'ld'rfamft'it liitf Literatur riefelten, da jene gewohnt waren, ihre Schriften nt du mit Vocal׳ pichen \u vuuftiren, wodurch die Üeetürc md't selten yvctfelbaft ift 1׳. Unbeachtet dieser ost ziemlich mangelhaften, blos empirischen Kenntnift des alten Hebräischen, sind dsch die Juden die Lel'rer der Christen gewesen im Ltndimn des UrterteS des alten Testaments. Der berühmte rlkeuchlin, der Vater dieser Wissenschaft, hatte sieh durch eineu Inden in der hebräischen und rabbinischen Literatur unterrichten lassen, und in den Niederlanden machte Rudolvb Agrieola in scheu vorgerücktem Alter unter Leitung eines gelehrten Ittden Studien in der Sprache des alten Testaments^. Demnngead'tet herrschten dagegen so starke Vorurtbeile, daß der berühmte h'onrad -Derenbach noch in der Mitte des 18. Jahrhuitderts einen Mond׳ von der Kanzel sagen hörte: ״daß,Einige eine dis jetzt unbekannte Sprache srudirten, nämlich das Hebräische, und daß die, die darin Unterricht ertheilten, Juden wären." Ader dieses blinde Vorurtbeil mußte anfhören, als jenes Studium allgemeiner wurde, wozu vorzüglid! der Vevdenschc Professor Job. oan der hampen, Verfasser einer hebräischen Grammatik, den ersten IinvnlS gab. Unter den portngiesisd'en Juden, die durch gründliche Kenntniß und Studium des Hebräischen über Andere hervorragte», nimmt der berühmte Mauasse den Israel die erste Stelle ein, ein Mann, von vielen christlid'eu Gelehrten nicht weniger gesd'ätzt als von seinen Glaubensgenossen. Gr war im Hebräischen unterrichtet durch den kenntnißreichen Rabbiner Isaak Uriel"), und machte in diesem Zache so große Fortschritte, daß er schon in seinem siebzehnten Jahre eine hebräische Sprachlehre hcrauögab- Später erwarb er and) die Kenntniß der griechischen, lateinisd)en und 7) Hierüber betlagt sich unter Ändere» der Reeensent einer interessante» Sammlung von jüdischen Quellen für die neuere Geschichte, berausgegeben von Herr» Zedner in Berlin IMG, Jahrbücher für wissenschaftliche Kritik. Jakrg. 18*1. S. 670. 680. 8) lieber die Dienste, welche die Juden der Kenntniß der Ursprache deo A. Tgeleistet baden, vgl. Richard Simon, Hist, critique <111 Vieux Testament p. 167—70. 4. Geseiüue, Geschichte der bebr. Sprache und Schrift- Graromatica llcbr. pvon 1528. 4. ü) Leu diesem gelebrten Rabbiner eListirr eine Sprachlehre unter dem Lite! psb rnps 's, s.!Wolfs T. III. p. 609 und den Catologus Bibliatheca Paliaiaoac L. B. 1840. p. 87.