Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 7
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 281 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/2829132-2829192-2829200-2854511--03021-2854560- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Necensionen und Anzeigen. 281 schungögegenständen: Seele, Gott, Welt, wobei gezeigt wird, wie M. nicht der unbedingte Nachbeter seiner Vorgänger in der Pbilosopbie war, sondern deren Metbode und Systeme in!nannigfacher Veziebung modifieirte, vornehmlich aber den ״gesunden Menschenverstand^ zum höchsten Richter eiusetzte, wenn die Spekulation ihn irre zu!eiten drobete. -״ Diese Partie ist sehr lichtvoll durchgefnbrt; doch vermissen wir hier mehrfach die Hinweisung ans entsprechende Save der jüdischen Religionspbilosopben dev Mittelalters, Maimonidcs, Vechaji den Joseph, Jebuda balewi, Aldo u. s. w., denen Mendelssohn manche Aussprüche und Positionen entnabm und sie seinen plnlosoplüseben Werken anitnuter fast unbewußt einreil'ete. So bemühet sied der Vers. u. A. Aebnlichfeit mancher Mendelvsobn'schen Ansichten 'bei Bilnngcr oder anderen Wolfianern zu finden, wahre!,d es nabe lag, die Identität von dergleiche!, Säjzen mit denen älterer jüdischer Denker nachzuwelseu. Die ausführlichere Parallelisirung der Mendelssobn'schen Philosophie mit den Forschungen und Resultaten der jüdischen Religionspbllosopheu wäre überhaupt interessant gewesen: sie würde gezeigt Häher,, welches reiche geistige Material das ältere jüdische Schristentlum in sich saßt, so das, M. mebt nötbig hatte, bei Ausstoßung irgend einer logischen oder metaphysischen Frage bloö bei den gangbaren Philosophen der Schule sich Raths zu erholen. — - Der dritte ״Religion und Judentbum" nberschriebcne Abschnitt (S.!)8—13t)) schildert M.'S Beziehungen znin Judentlurme ,n der bereits oben angedeuteten, in den Hauptzügen gelungenen Weise. Wenn der Vers, jedoch S. 120 sagt, das, der Ausdruck ״Ceremonialgesetz" erst von M. ins Judenthum eingeführt worden sei, bis auf seine Ze,t aber Wort und Begriff deniselben fremd waren", so kann zwar zu gegeben werden, daß das ״Wort" vorher wohl nicht vorkam, den ״Legnff" kennt aber schon Becbaj, den Joseph, da er zwischen den מצוח שכליוח und שמעיוח unterschied. — Gern hatten wir gesehen, wenn der Vers, in diesem Abschnitte M.'s Verhältnis zu Wessely und Sal. Dubno, sowie seine Theilnahme an dem classischen Pentateuch-Cominentare und anderen literarischen Unternehn,ungen jener Zeit dargestetlt batte, sowie auch bemerkt werden muß, daß von der berühmten Correspondenz M.'S mit Lavater und Bonnet im ganzen Buche kaum etwas erwähnt ist. — Der vierte Abschnitt (S. 140—105) enthält als Uebcrblick M.'s Lerhältniß zu Spinoza, Leibnitz und Kant, und der Anhang (S. 156—163) einige (angeblich) noch ungedruckte Briefe M.'s, wovon jedoch Nr. 2, datirt ״Jssre Chag des Schebuothfestes 5532", bereits in der hebr. Zeitschr. ״Sammler" Jg. 5585. S. 17V