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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1856-01-01 · Heft 7 · p. Seite 265

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
5 (1856)
Issue
Heft 7
Article
Briefe aus Wien
Date
1856-01-01
Page
Seite 265 (sequence 4)
Language
German
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Briese auü Wien 265 Ich möchte mir erlauben, in dieser Beziehung eine Frage anznregen. die mir von besonderer Wichtigkeit scheint. b'S gibt hier Hll!^ horte junger Leute, die sieb dem Studium oder sonst einer nützlichen ׳Beschäftigung widmend, mit Hunger und anderen bntbelrnngen nngcmein zu kämpfen haben. Der alleinige brwerhszweig dieser Jünglinge ist, non den! Einkommen einer Leetion z!1 lebe»!,!reiches in den meisten Fällen sehr kümmerlich ist. Wir wollen nun!liebt etwa befürworten, daß «ran diese jungen Leute ganz der Sorge für ihren Unterhalt entbebe. 2lucb wissen wir auv eigener b'rfabrnug. daß die Mühen des Lebens, so sie niebt übermäßig sind, nicht die Lebenskrast tödten, sondem ne vielmehr stärken und stählen. Ferner ist nicht in Abrede zn stellen, daß das Armeninstitut durch dle Kostaustalt einem!!׳eile dieses Misftandes abhilft; aber wie viel Roth und wie viel blend bleibt noch zu lindern! b׳s ist übrigens auch ge!viß, daß zu einer halbwegs gründlichen Abbülfe dieses Nebels eine Anstalt, und wäre sie noch so reichlich dotirt, und hätte sie auch überall ein wachsames Auge, um das b'lend überall anszusuchen und den Bedürftigen von dem minder Bedürftigen zu unterscheiden lund wir müssen dem Vorstände dieser Anstalt die vollste Anerkennung in dieser Beziehung zollen), nicht genügt: es ist noch Vieles ui rbnn, dem mir aus Privative ge, wenn auch nicht ganz doch tbeilweise, abgebolfen!verden kann. Ich meine nämlich, wenn einige Männer, die mehr in 'Verbindung mit diesen jungen Leuten stehen, dafür sorgen würden, theils durch Geldbeiträge, theils durch Kost tische den Hunger zu milbovn. Wir mochten letzteres manchen reichen Häusern als pädagogisches Mittel Vorschlägen. Die Kinder der Reichen wissen das bWttcf nicht zu!vurdigen, niomtt der Herr sie hegnadigt hat. Sie kennen. Armuth und blend höchstens, ans. Bnchern: hier hätten sie ein lebendiges Beispiel vor sieb, wie hart nnb schwer oft das Leben prüft, und würden nin so dankbarer die reichen Gaben ans der Hand der (vltern empfangen, und um so!rilliger gehorchen, wenn ihnen ein lebendiges Bild zeigt, mit welchen Mühen Andere zu. kämpfen haben. Gelegentlich sei auch bemerkt, daß der Vorstand des Armeninstitutes am letzten Peffach im wahren. Sinne betf Wortes dafür gesorgt bat, .daß das!כל דבפין ייתי ויכוי in Erfüllung gebe. Die Armen dekamen während der׳ ganzen Festzeit die Kost und feierten die Sedcrahende ganz nach altem Brauche. Wie sehr übrigens die Woblthätigkeit eine Stätte in der hiesigen Gemeinde hat, gehet aus den Spenden hervor, die in letzter Zeit zu

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