Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Briefe aus Wien
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 266 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2829132-2829192-2829200-2854509--03003-2854545- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
266 Briefe aus Wien. Gunsten der beiden Institute, Äinderbewahranstalt und Taubstummeniustitttt, gegeben wurden. Die Borstcberinnen der Kinderbewahranstalt haben sich nicht gescheut, persönlich Beiträge zu dem Baue eines Hauses zu sammeln. Die Vorsteher des Taubstummeninstitutes wollten Geld borgen, um ein Haus zu bauen: da wurde die Notlüge Summe ihnen geschenkt! Jedes der Institute bat binnen kürzester Frist eine Summe von beiläufig 40,000?11־. zum Baue eines Hauses -erbalten. -ewiß eine sebr bedeutende Ziffer! Es ist dieses ein Resultat, worauf die Gemeinde stolz sein darf, und das den kommenden Geschlechtern als Beispiel dienen wird. Es ist aneb noch zu bemerken, daß das Taubnummeninstitut überdies seit der kurzen Zeit, wo es von Nicolsburg hierher verlegt wurde, ein Kapital von niebr als 20,0l!0 Al. durch Scheukungen und Beiträge erlangt bat. In neuester Zeit erhielt dasselbe noch ein besonderes Benefiee, und zwar: Seit einigen Iabren bereits crbält das Institut von-dem mäbrischschlesischen Landesniassafonde' einen jährlichen Beitrag von tausend Gutder!, wofür das Institllt verpflichtet ist, fünf jüdische taubstumme Binder aus Mähren unentgeltlich aufzunclnnen. Bei der Bertbeilung der Interessen von der MUlion t^ulden, die in Ungarn als Kontribution eingefordert und nachher zu Schulzwecken bestimmt wurden, fielen auch genanntem Institute --000 Al. als jährlicher Beitrag zu, wofür es verbältnißmäßig zwanzig jüdische taubstumme minder aus Ungarn aufzunebmen verpflichtet ist. Zugleich wurde bestimmt,, daß das Institut für je ein Kind aus Ungarn 200 Al. erhält, von der Zeit ab, wo das ivontributionsgelvon Seite des Staates fruchtbringend angelegt wurde. Es fließt daher dem Institute eine ganz unerwartete Gnlschädigung zu. Das Institut hat übrigens jüdische Kinder aus Ungarn, die unentgeltlich Ausnahme fanden. Ich erlaube nur, bei dieser Gelegenheit zugleich einen arideren Punkt dieser (vontributionsgelder zu besprechen. Gin Tbcil davon ist nämlich bestimmt, ein Seminar für jüdische Lehrer und Rabbiner zu begründen, und das ist allerdings ein Gegenstand, der nicht blos für Ungarn, sondern für sämmtliche Juden der ganzen Monarchie und weit über dieselbe hinaus Interesse hat. Dieser Punkt wurde schon seit mehreren Jahren angeregt und besprochen, ohne ein Resultat zu liefern, bis er jc$t plötzlich als Tbat hervortritt. Es ist keine Frage, daß es der Sache nicht geschadet hat, daß man sie so lange ruhen ließ. Es haben sich während dieser Zeit die Ansichten über diese Frage geklärt. Man hat Erfahrungen gemacht,