Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Briefe aus Wien
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 263 (sequence 2)
- Language
- German
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Briefe au$ Wien. 263 ein Unterschied ober darin liegt, ob man als Beamter dasteht oder aus innerem Drange für die Sache einrritt, ist unuöthig auseinanderzusexen. Ich erlanbe mir nur zwei Beispiele anzusühren. Wenn ein jüdischer Knabe in den Bund des Herrn ausgenommen wird, da wird der Mobei gezahlt, und wenn Jemand stirbt, bat das Leichcribofaint im- Vereine mit den Borstebern darüber verfügen, ob Taren rrnd welche gezahlt werden sollen, und welcher Platz für den Todten anzuweisen ist. Der חכד נערצים עם דימודב bleibt Leuten überlassen, die dafür besoldet sind. Die Pflichten eines Mitgliedes der b'hewra Kadischa, wie in sonstigen itzemeinden, übt hier Niemand. Allerdings ist nicht außer Acht zu lassen, das; Wien eine große Stadt ist, und kann hier nicht der sonstige Maßstab angelegt werden׳, aber ungern sehen wir es, daß die Gemeindcmitglieder als solche sich bei all diesen Dingen nicht betbeiligen, und diese Lichtseiten einer Kebilla wünschten wir auch für Wien. Dieses Gebrechen zeigte sieb auch jüngst deutlich, als die Herren die zum Probepredigen berufen wurden, hier anwestnd waren. Unwlllkürlich dachte man oft im Tempel an den bekannten Ausspruch eines Lehrers: Ich sehe schon wieder Biele, die'nicht da sind. Aber selbst bei denjenigen, die da waren, gilt doch das 'אייו דוס,־״■ "צמיעח ל־־־אי. (vtf bandelt sich ja nicht blos darum, wie der Mann predigt, sondern Ulan will doch auch zugleich wissen, welch ein Mrusch ist er. Dieses laßt sich aber nicht aus der Predigt allein beurtbeilen, da muß der weltliche Umgang entscheidet!, ob es wirklich ciutnffl שיחת ר^מידי הימים הורד!. Es gibt gar manchen Prediger, der jenem gleich ist, von dem ein Witzbold behauptete, ״er sei auf der Kanzel weltkl n g und im Leben Gottes Narr". Und trotz alledem verhehlt sich keiner der Herren die Wichtigkeit der Frage und die Schwierigkeit sic zu lösen, und doch hat keiner der Herren, die im Rathe versammelt sind, etwas Anderes znm Ziele, als den Besten zu wählen. Aber wo ist der Beste? Aristokraten batten wir genug, aber apwrot nicht in Menge. — Indessen darf man nicht vergessen, die berühmten, großen Männer waren nie in! Ueberslnsse vor- Händen, insbesondere.in dem Falle, wo mau dieselben aus eine gewisse Kategorie beschrankte. Hier geht man von dem Grundsätze aus, es dürfe der Kandidat das Alter, wo die wahre Einsicht konunt, בן א־בעיב לנינה, nicht weit überschritten haben, damit derselbe längere Zeit dem Dienste der Gemeinde rüstig vorsteben kann. Es!'ragt sich aber, was vorzuziehen sei, ob eine bereits erprobte Kraft zu verwenden, bei der nach dem natürlichen Laufe der Dinge die Wirksamkeit allerdings kein