Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Salomon Molcho und David Reubeni
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 243 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Salonion ÄVoIdu' und David Ninibeni. 2-43 talmut'ifdu'״ und tal't'aliftifciH'11 Stoff sich aneignete, sondern eine solche Meisterschaft darin erlaubte, das; er als origineller kabbalistischer Schriftsteller anftreten tonnte. Es ist daher erklärlich, das; die Zeitgenossen in dieser (Erscheinung ei» überraschendes Wnnder erblickt nnd geglaubt haben, er babe diese Kenntnisse durch höhere Eingebung ohne mühsanies (Erlernen nnd stusengängiges Aneignen erhalten'!. Das überraschende psychologische Phänomen machten sie sich dnrch eine noch wunderbarere Annahme begreiflich, das; ein Hnnmelsbote (Magidi ihm die Weisheit in stiller Nacht zugeführt habe. Was hätte dieses Genie nicht leisten können, wenn seine erstaunliche Wiszbegierde und ProdnetionSthätigkeit, verbunden mit sprudelnder Phantasie, anstatt auf die Irrwege der Kabbala mißleitet zu werde», auf ein schöneres Ziel wäre gelenkt worden! Tie Kabbala, welche ursprünglich theosophische und kosmvlvgische Ideen in ein mystisein'ö Gewand bullte, aber seit dem vierzehnten und fünfzehnten Jahrhundert durch die Koripbäen Menachein Neeanati nnd Botarel in Zahlen- und Buchstabenspielerei ansartete nnd mit den! schlichte», Geist nnd Geinüth zusagendem Bibelworte noch unbarmherziger umging, als die alerandrinische Megoristik nnd die spanisch-jüdische Asterphilosophie, beherrschte Salomo» ganz und gar und machte ihn znin Bisioilär. Wohin er kam setzte er sich mit Kabbalisten in Verbindung, und seine wunderbare 'Fassungsgabe, die glnthoolle Begeisternng, die er für diese Studien hatte, wie sein schwärmerisches Wesen überhaupt erhoben ihn bald ans der Stellung eines Jüngers zu der eines Adepten. Gegraute Kabbalapfleger wendeten sich an ihn mit Frage», >t»d verlangten von ihm Licht über dunkele Partien. Er scheint auch im heiligen Lande sich ausgehalten zu haben und namentlich in Sesat, wo die Kabbala damals ihren Hauptsitz hatte. Hier soll er sich mit einem Mädchen verlobt Habens. Hier verfaßte er seine zwei kabbalistischen Werke, ״daö Buch der Herrlichkeit" (Sephar Ha-Mesoar) und das Buch über ״die Danielschen Thiere" lEhajat K'anah). Das erstere sendete er an seine ״lieben Freunde in Salonichi, welche ihn eram Cnde der Dcraschot. Vom zweiten spricht er, daß er es juin Druck vorbereite (daselbst). 7) Bei Joseph Cohen das. und sämmtiichen später» Chronographea. 8) Dchalschelet Ha-Kabbala 4Sb.!9