Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Noch ein Wort zur Soharstelle Abschnitt Balak
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 236 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2829132-2829192-2829199-2854452--02968-2854496- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
236 Notizen. Beruhigung durchblätterte ich den von Herrn I. angeführten Folianten von Pez, tonnte Übersicht darin finden, daß im Jahre 1280 überhaupt ein Komet, noch viel welliger ein wie unsere Inzählung angibt, sebr bellleuchtender Komet sichtbar war. Die in Pez pag. 407 und 710 vorkommende Stelle ,,Satuvnus planota;»pparuit IV Kal. Februarii, stb hörst n«׳na usquo ad undecimum lioram dioi artificialis'v fanil Herr I. nicht meinen, da er von einem Kometen spricht und Saturn ein Planet ist; ferner kann Februar nicht mit ^lul eorrespondiren; endlich war Saturn nur zwei Stunden sichtbar und tritt überhaupt nie mit solchem Glanze, wie die Schilderung des Sohar angibt, auf. Wenn ferner Herr I. mir die vorhergebende Sobarstelle '171 א~א:ו vorhalt, um daraus zu dedueiren, daß der Bau Jerusalems später einzutreten babe, so finde ich darin, daß der Bau Jerusalems bald einzutreten babe. Denn der Lobär nimmt einige prophetische Worte des Bileam zum Terte und sagt, eilt Tbeil dieser Propbezeibungen wird jevt, ein Tbeil später unt ein Tbeil in der Messiaszeit erfüllt werden; daun schildert er diese drei in der Zeit verschiedenen Zustände und sängt ganz sachgemäß mit dem was in der Gegenwart geschiebt an. ln beginnt: זמין דד־ן״בר, לטבי י י־־וש^ב: וכר, und nn!ß daher der Bau Jerusalems gerade zur damaligen Gegenwart eine Beziehung haben. Faßt man also die -ganze Sobarstelle als eine Schilderung des Jahres 307 aus, so findet man cs in seinen allgemeinen Umrissen wieder. In diesem Jahre fand durch Julian eine Näherung zu Jerusalem statt, in ihm war eine bemerkenswertbe Naturerscheinung sichtbar, und cs war das Todesjahr eines römiscben Kaisers. Den! Verfasser des Sohar kann auch nicht zum Vorwurf gemacht werden, daß er in der Scbilderung eines gewissen Jabres einen Umstand, der im Juni eintraf, später als einen der im August war erwähnt, da er gerade mit dem eklatantesten, dem Tode eines Herrschers,' die Erzählung beschließen will. Daß der (nnsturz der Mauern der Erklärung des Herrn Jellinek keinen Abbruch thut, ist schon oben besprochen worden. Ich glaube nun beide Theile der Entgegnung widerlegt und zurückgewiesen zu haben, und geht ans dem Gesagten wiederum hervor, daß, wenn solche Deductionen erlaubt sind, das Jahr 307 besser als 1280 zur Erklärung der betreffenden Soharstelle paßt. Nun noch eine Bemerkung über unsere Soharstelle. Die Frage ist hier, ob die Stelle ein altes oder junges Datum im Sinne habe, und binzufügen will ich, daß wenn selbst das Datum ein altes wäre, man feinen Schluß auf das hohe Alter des Sohar machen muß, da er dennoch später verfaßt sein kann. Zum Nachweis eines jugendlichen