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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1856-01-01 · Heft 6 · p. Seite 222

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
5 (1856)
Issue
Heft 6
Article
Briefe aus Österreich
Date
1856-01-01
Page
Seite 222 (sequence 7)
Language
German
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IRI
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222 Briefe au$ Oesterreich. von fatMtjd'cm (Reifte trogen, mit die protestantischen streben bei diesem Drucke, wie natürlich, in ihren Gymnasien den protestantischen Geist zu beben. Das Iudentbum gebet da wie dort leer aus. Mit wahrhaftig freudigem. Gefüble kann ich Ihnen bingegen über deil Stand der jüdischen Volksschulen, mit welchen oft eine Unterrealschule in Verbindung stebet, melden. Der Impuls ging nickt von oben aus, sondern die innere Rolbwendigkeit drängte dazu. Ungarn stand in dieser Begehung srüber weit zurück, es bestanden gar keine Schulen; aber eben dieses gab die Anregung, daß solche errichtet wurden. Abgesehen von Nu größeren Gemeinden rückeil jetzt bereits die kleinen Gemeinden nack, und Sie können iit den Zeitungsblattern der Residenz massenhaft Anoncen finden, wo jüdische Lehrer für Schulen in ungarischen.Gemeinden gesncht werden. Allerdings banger! sich noch manche Unzukömmlichkeiten daran, diese werden jedoch schwinden und die Schnlen werden segenwirtend bleiben. Allerdings wäre es auch jetzt an der Zeit, Nß die Angelegenheit in Betreff der Lriegseonlribution, die der damalige Feldzeugmeister Freiherr von Haynau crboben batte und die spater von Seiten des ^Ministeriums für jüdische Schulzwecke bestimmt wurde, ventilirt werde. Wir wünschten nanüick, daß diese große Summe Geldes nicht einzelnweise aus d.en Standpunkt des mäbrisck-jüdiscken LandeScaffafondeS;komme, wo Interessen sich auf Interessen häufen, obne daß jene Zwecke dadurch gefördert werden, wie sie gefördert werden könnten. Gigenthümlich genug ist, daß weder die Hauptstadt Ungarns, Pestb, noch die ebemallge Ärönungsstadt Preßburg sich ans dem Gebiete des jüdischen Unterrichtes auszeicknen. Pestb bauet einen Tempel, und wie der Arckitekt desselben versickert, wird derselbe glorioser als der Salomoniscke Tempel sein; seit Iabr und Tag jedoch stebet die Gemeinde obne Prediger, und fragen Sie nach den jüdischen Unterrichtsanstalten der Gemeinde, so werden Sie eine wenig befriedigende Antwort erbalten. (Einen wenig erbeblichen Eindruck mußte auch die Lösung der Orgelsrage in letzter Zeit macken, wo man nack Stimmen zäblte, was Recht ist in Israel. Da bat es sich doch aufs Rene bewäbr-t כי כל העדה כלם קדשים, jeder gab ein theologisches Gutachten ab. Nock weniger erfreulich ist die (.Erscheinung Preßburgs. So gern man auch all die Formen nachabmen möchte wie sie unter dem verstorbenen Rabbiner waren, der Geist fehlt dennoch. (Eines muß ich hervorheben. Die Realschule, die in Preßburg bestehet, gehört zu den ersten, die von dem Unterrichtsministerium seit dem Jahre 1848 ins Leben gerufen wurden. Damals hatte man noch den Grundsatz Si-

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