Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Salomon Molcho und David Reubeni
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 211 (sequence 7)
- Language
- German
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'■colomou iW0Id»o und David!!Jeuboni. 211 I.V2;} iu Palästina aus, und erzählte ansterordentliche Tinge vou sich, feinout Baterlande und dem .),vecke seiner stieise, von denen man heutiges Tages so wenig wie \n seiner Pest weist, ob sie auf Thatsacheu beruhten oder ersuude» waren, oder, was wastrscheinliester ist, zugleich 'Wahrheit und Dichtung entstielten. In dem wüsten Arabien, in der Blndschasl haibar tnordwestlieh voll der den Araber» steiligen Z ladt Medina), sollte es nach David stiüusteni's Anssage Abköminlinge der von den assvrischen Königen wertriebenen zwei -Llämme stiünbeu und t>)ad gegeben!!asten. Diese Ztäinme fühlten gleich den stistliseste» A'eestabiten ein Nomadenleben, ivostnie» in Felten und miede» die Ttädle, gestorchten eigenen Königen, von denen auch er selstst aststanlnlte, dessen Bruder 3alomou damals die!Regierung leitete. Mehr südlich aber, im glücklichen Arabien, wohnte» die übrigen aelst Dtämme vo>> den vertriebenen Fehnstämmen, hätten ebenfalls eigeile Könige, trieben aber Handel mit Gewürz und Pfeffer. Pwisesten diese zwei jüdischen;!,'eiche sei aber ein von Mohamedanern beivostntes!,!and eingekeilt, welches die Bereinigung der beiden Brnderreiche verhinderte, Gs seien viele Kriege zwischen Inden und Mostalnedailkrn vorgcsallen, um einerseits die Bcreinignng zu erzielen und anderseits sie zu hinterlreiben. Tie Araber seien stets -Zieger gebliebe». Gr, David N« ubeni, habe von seinem Bruder Za loni o», dem Köllig von ü hat bar, den Auftrag erhalten, von den europäischen Mächten, und »aiileiltlich von dem König voll Portugal, dessen erstaitnlicste Gntdeckungen damals in Jedermanns Munde waren, Pulver, Schießgewehre und Kanoneil ausznwirken, um damit die feindlichen Mohaniedaner zu bekriegen, (*r wollte Greditive bei sichführen, in» sich bei den europäischen Fürsten einznsnhren und seinem Gesuche Nachdruck zn geben. Diese lsrzählung des David Nönbeni, der über Ggvpte» »ach Palästina gelonlinen war, fand Glauben. Zeine Person nnd sei» Btnehlnen trugen dazu bei, ihm Glauben zu verschaffen; beides statte etwas Fremdartiges, Gesteimnistvolles, Bizarres. David NPlbeni war von schwarzer Hautfarbe, untersetzter, zwerg- Hafter Natur nnd einer Magerkeit, welche durch anhaltendes Fasten ihn znNi dnrchsichiigen Skelett machte; dabei besaß er Mnth und Unerschrockenheit, sich in die abenteuerlichsten Wagnisse einznlassen. Gr sprach stets hebräisch, aber tii einem so verdorbenen Jargon, daß ihn weder die asiatischen noch die europäischen Inden vollkommcll verstehen konnten. Gr gab vor nie Talmud gelernt zu