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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1856-01-01 · Heft 6 · p. Seite 209

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
5 (1856)
Issue
Heft 6
Article
Salomon Molcho und David Reubeni
Date
1856-01-01
Page
Seite 209 (sequence 5)
Language
German
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Salomon Molcho und David Nönbeni. 2(M> sechs Jahre alt, als der König Manuel gegen seine Ucbcrzeugnng und sein StaatSiittcresse, selbst gegen den iliath der Geistlichleit die Juden aus seinem Lande vertrieb nnd jenen geistigen Kinderinmd beging, der selbst gcsüblvollcn Ebristen Thräncn anspreßtc. Auch ihn hatte inan unter andern Kindern nein Herzen seiner Eltern gerissen, und diese, den Schmerz der Trennung überwin« dend, waren ansgewandert, uni nicht die Religion ihrer Pater, wenn auch nur zum Scheine auszngeben. Verwaist-) blieb das Kind Salomen in Lissabon zurück. Wie alle gewaltsam ausgegrisfencn jüdischen Kinder wurde er gerauft nnd wahrscheinlich in ciuem Kloster im Cbristenthnm erzogen. Nichts desto weniger blieb die Erinnerung a»S der zarten Jugend so lebendig in ihm, daß die gewaltsame Art seiner Taufe einen Schatten in seiner Seele zurückließ, und herangewachsen, die Sehnsucht in seinem Herzen erweckte, dem Jlldenthnm wieder anznhangc». Ueber seine Jugendgeschichtc, die ihm, fern vom Herzen der Mutter nnd dem Auge des Vaters, in fremder, ja feindlicher Umgebung traurig genug verlaufen sein mag, ist nichts bekannt. Er hat ohne Zweifel eine gelehrte Bildung erhalten, die in der Blüthezcit des portugiesischen Staates, als die klassischen Sprachen nnd Naturwissenschaften vom Hose begünstigt und mit vielem Eifer gefördert wurden, nicht gering anzuschlagcn ist. Salomon Molcho muß aber frühzeitig so viel Verstandcsrcife entwickelt haben, daß er im Alter von einigen zwanzig Jahren bereits Eabinelsschrciber des Königs Johann III. war׳'). Er sprach lateinisch mit vieler האונסיס בשנה רפ״א ושגו: סויינ!ן ממיכו. ')(cl'cnbcv sei bin' bemerkt, das, die älteren jüdischen Quellen, die von ihm sprechen, feinen Rainen Molche (כ־ולשז) schreibcn; |V ausdrücklich Manasse den Israel (in espenmea de Israel 2■ 58) se llamo Selomoh Molclio. Ben der Hardts Schreibweise Malchu in demnach falsch, se wie die ganze horrende Kelcbrsamkeit. die er bei der Innmologie dieses Wortes entwickelt, abgeschmackt ist. Molche war ein Familienname der spanisch-portugiesischen Juden. Einen Joseph Molcho sühn Jbn Iachia unter den 25 Märtyrern aus, die auf Befehl des Papstes Paul IV. im Jahre 1555 in Ancona den Feuertod erlitten haben. 2) Salomon Molcho gibt selbst in seinem Briefe an seine F'eunde im!׳eiligen )lande (bei Jos. Eohen und in dem bereits citirten Meoroot Olain) an. das, ihn seine Eltern in Portugal zurückgelassen hatten: הטו אזנינם ישמין דברי תולעת ורא איש חושר מגזע בגי גלותנו שיצא מארץ בעלי ריבנו — שם רעה ושם רבץ בי עזבוהו אביו ואמו. 3) Auch diesen Umstand erwähnt er selbst in seinem Briese: האיש העומד בחצר האפיפיור (שלמה מזלבו) שהיה סופר בבית המלך באתר ממשרתיו.

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