Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Geschichte der Juden in Holland
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 130 (sequence 6)
- Language
- German
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130 Wi'fflHil'to bcr Jude!! in Holland. Im I. 178'.> seifte fick die Stadtregieruug von Utrecht geneigt, auf das eingereichte Bittgesuch einiger Israeliten um Erlaubniß;11 m Wohnen in dieser Stadt unter gewissen Bedingungen und Bestiininnnge» einzngehe»;;»»!eist wurde ihnen sämmtlichc Verantwortlichkeit der Gemeinde für das Betragen und die Zahlung der Stenern durch ihre Mitglieder (wie zu Maarchen) zur Pflicht gemacht, feiner »!unten sich die Parnassim (Vorsteher);um Ersatz und,zur Zal'lnng aller Schaden und Schulden oerl'indlich machen, die den Einwohnern der Stadt durch Diebstahl oder andere dergleichen Verbreche» Seitens eines oder mehrerer Mitglieder der Gemeinde entstehen tonnten. Einigen Inden gelang es aber, sich und ihre Familien von diesen erniedrigenden Beflimmnngen enthoben zu sehen. I» der Stadt Amcrsfoort Hallen die Inden schon im Jahre 1720 die Erlaubnis; zur Stisinng einer Svnagoge erhalten, die sic seit jener Zeit auch fortwährend descsse». In der Meierei von Herzogenbnsch dursten die Inden kraft eines im Jahre 1707 genommenen Beschlusses der Generalstaaten von jener Zeit sich mit einiger Freiheit bleibend niederlassen,!vorans hervorgeht, das; sie schon einige Jahre früher die Erlandniß hierzu erhalten hatten. In Seeland cristirten schon während dieser Periode hochdeutsche Juden, nnler Anderen zu Middelburg, wo sie schon vor 1700 ihre religiöse» Zusammenkünfte in einem Privathansc hielien, dis sie am 25. Mai jenes Jahres das Ge Hände ihrer gegenwartigen Svnagoge ankausten, nn! mit Approbirung des Magistrats zur öffentlichen Gottesvcrchrnng benutzt zu werden. — In Vlissingen halte man ungefähr um die Hälfte des achtzehnten Jahr- Hunderts angesangcu, eine Svnagoge einznrichten; aber diejenigen, die die Erlanbniß dazu nachgesuchl und erhalten hatten, zerstrcuelcn sich bald wieder, demzufolge daS angefangenc Wert nnvollendet blieb. In Friesland erhielten die zu Lenwardcn und Harlingen wohnhaften Inden im Laufe jenes Jahrhunderts Synagogen. Dasselbe fand auch zu Nordwolde und Ttellingwerfwetteinde statt. Von Zeit zu Zeit ließen sich einige Glieder dieser Nation zu Makknui, Bolswert, Bokknm und an anderen kleinen Ocrtern nieder. Der gelehrten Inden, die manchmal sich zu Francker und Groningen anshiclten, um der studirendcn Jugend in der hebräi-