Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Geschichte der Juden in Holland
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 127 (sequence 3)
- Language
- German
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(tti'jVfiicl)tc tvr Jude» in Holland. 127 der Synagoge gedruckt wurden, seine Approbation zu ertheilen oder zu verweigern. Der Ehacham ertheilte auch mit Vorwissen des präfidirenden Parnaö Erlaubnis; zum Heiratben, nahm nebst seinen beiden Snbrabbinern oder Assessoren Zeugnis! ab in kirchlichen Angelegenheiten, und entschied ans gleiche Weise über die Ertheiluug des ScheidebrieseS. — Aus;er diesem Oberrabbincr und seinen Assessoren waren bei den Synagogen Vorleser und Vorbeter angeslellt, die anch durch die Gemeinde gewählt wurde». Der Obervorbeter und der Oberküster sterx:) waren außerdem die eompeteuten Personen, in deren (Gegenwart die Verträge und Uebereinkünfte über HeirarhS- oder kirchliche Verbällnisse bekräftigt werden mußten, was ihnen in der (Gemeinde einen ausgedehnten LLirknngskreis gewahrte. Durch das eingeführte Statur wurden auch die Angelegenheilen der Ileischscharnen geordnet. Zur besseren Anfrechrerkaltung der Speisegeseße durste Niemand Zlcisch außer de» öffentlichen Scharnen kaufen. Diese Scharnen standen bei den hochdeutschen Inden nulcr Aussicht des KassirerS; die Einkünfte waren vorzüglich zur Unlerstüjzung der Armen angewiesen. Tie Subalternen der Scharnen, als Schächter, Änvchcnhauer nnd Andere, waren derselben Aussicht unterworfen. Dieses nach diesem Statut die Einrichtung der Suuagogc, nnd dessen, was zu ihr direet oder indireet in Vezichnng stand. Das Reglement ward approbirt nnd am lll. März 1737 gezeichnet durch die regierenden Parnassini, Altparnassim, Kassirer nnd Almosenvsleger der Gemeinde, an Aiizahl 21 Personen. Einige Jahre vor dieser endlichen Ordnung der Synagogeninstitntc zu Amsterdam ward die ganze Provinz, hier mehr, dort weniger, von wandernden jüdischen Krämer» besucht, deren Zahl so um sich griff, das; die Staate» sich ans eine besondere Anfrage des HofeS von Holland veranlaßt sahen, gegen die für die andern Einwohner etwa daraus enlstehenden Nachtheile zu wachen. Ungesähr um dieselbe Zeit wanderten immer mehr nnd mehr bedürstige Inden, sowohl polnischer als hochdeutscher Abkunft, nach den holländischen westindischen Eolonien ans. Anch diese Zahl wuchs allmälig so heran, daß man zu fürchten anfing, dieser große Zufluß von Bedürstigen könnte die Verarmung der Eolonien herbciführen, nnd ernste nnangenehme Verwickelungen für die Ansässigeu veranlassen. Der Uebcrzng ward ihnen deshalb immer mehr erschwert, oder es wurden ihnen die Pässe verweigert. So!0'