Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Ein zu Constantinopel gegen die Juden gerichteter Anlauf [Nachricht]
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 122 (sequence 4)
- Language
- German
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122 Notizen. qui 86 sont distingues par leur ardeur turent arretes ct seront juges rigoureusement selon les dispositions du Hati-Schrif du ft Noveinbre 1840. Hier Samedi le Ministre de la Police et le Caimacan du Grand Visir nous ont assure qu’il sera fait justice cclatante. Un negociant fran^.ais. appartenant au culte Catholique, Mr. Bonnet-Desmazures, s'est distingue par 868 efforts favorabies aux Juifs. Brun s w i k, Directcur de TEcole Israelitc de Constantinople. Constantinopel, den 24. Februar 1856. Herrn Albert Lohn in Paris. Vergeben Sie, geehrter Herr, wenn ich Sie wieder mit einem Schreiben belästige; aber die Umstände sind so dringender Art, daß ich fürchten müßte, mir durch mein Stillschweigen Ihre Vorwürfe zuzuziehen. Ganz Konstantinopel ist durch das Gerücht eines von der. Juden geraubten Kindes in Aufregung versetzt. Die Nachricht wird bald nach allen Seiten hin verbreitet werden; unsere Zeitungen werden sie gewiss schon morgen bringen, und ich fürchte, daß unsere Glaubensbrüder allenthalben durch dieselbe erschreckt werden könnten. Ich beeile mich daher, Ihnen den Sachverhalt ganz wahrheitsgemäß mitzutheilcn, um Sie selbst zu beruhigen, und Sie zu bitten, den nachstehenden, Bericht in das Archive*, Univers und Lien d'Israel einrücken zu lassen, um die Besorgnisse, welche ein ungenauer Bericht veranlassen könnte, zu verscheuchen. Donnerstag den 21, Februar gegen Abend verbreitete sich ein Gerücht in der Stadt, die Juden haben ein Kind geraubt und geschlachtet, um sich seines Blutes zum Opserfeste zu bedienen. Schon von Mittag an hatte sich ein׳ Volkshaufe in dem Djubali-Viertel, in der Nahe vom Fanar zusammcngeschaart und ein jüdisches HauS umringt, wo angeblich das Verbrechen verübt worden sein sollte. In Djubali wohnen nicht mehr als 20—30 Israeliten. Aber am Abend und am andern Morgen früh griff das Volk alle Juden an, die hier vorbeikamen, um nach Dtambul oder nach Balat zu gehen, und mißbandelte sie; ganz besonders hatten die in den Magazinen des Depot zu Djubali beschäftigten jüdischen Handwerker und Lastträger viel zu leiden. Die Kommissäre (Vorsteher) von Balat benachrichtigten mich von dem traurigen Vorgänge, weil sie gewohnt sind, mich als ihren Freund und Vertheidiger anzusehen.