Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Proben aus einer "Zoologie des Talmuds"
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 113 (sequence 3)
- Language
- German
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Wissenschaftliche Aufsätze. 113 rische Richtigkeit, denn diese wunderbaren zarten und weichen Injecten halten sich an feuchten Plätzen, insbesondere aber an großen Flüssen aus, wo sie in vielen Millionen aus dem Wasser kommen und m solcher Menge an den Menschen sich setzen, daß er kaum den Mund zun! Sprechen öffnen kann (Voigt ibid. 5. Dd. S. 310). Zu Anfang Augusts erscheinen sie besonders in ungeheurer Menge, cS ist also die rechte Badezeit, von welcher in unserer Stelle die Rede ist. UedrigenS gibt es mehrere Species dieses InseeteS, so daß die im Talmud erwähnte nicht mit aller Gewißheit bestimmt werden kann. Der Fliegenschnäpper. Der Talmud zahlt 5 große Tbiere auf, die vor 5 kleinen Thieren Furcht empfinden, darunter die סנונית,, vor welcher der Adler sich fürchtet (Sabbat 771»). Raschi erklärt das Wort durch ארונ״דיילא, d. i. hirondollo, Schwalbe, welche dem Adler unter die Flügel fliegt und ihn so im Fluge hindert. Mit Recht bemerkt Bochart (Hieroz. V, 18. p. 703): Nompo avein פנוגית, aquilac esse tcrrori, quorsum Talmudici scripserint, valdc obscurum cst. Hirundinem ab aquila timeri naturae scrulatorum nuilus observat. Nach Aristoteles sind dem Adler Feinde der Reiher (ixxaküo? N. G. IX. 2, 0), der Specht (atara ibid.) und die Spechtart Tpoxi'Xoc (ibid.). Keiner dieser Vögel hat Etwas mit der Schwalbe gemein. Nach Plinius ist es der Schwan (olor X. h. X. 74, 05) und ebenfalls der troebilus (ibid.)־• Ich vermuthe daher unter סנונית den Fliegenschnäpper, und zwar die SpecieS 1)׳rannu8 intrepidu8, der sich dem Adler auf den Rücken setzt und ihn zur ängstlichen-Gegenwehr nöthigt (s. Voigt e. l. 2. Bd. S. 177). Der Fliegenschnäpper hat kurze Füße und lange Flügel wie die Schwalbe, auch sein Rachen ist breit wie bei der Schwalbe, was ihn zum Fang der Nahrung sehr schicklich macht, und ihn die Fliegen leicht wegfangen laßt. Er steht, wie Linno den Rang ihm anweist, zwischen der Schwalbe und den Würgern, weshalb ihn R. durch birondeilo übersetzt. S. auch Clmlin 02a. Die Ameise. Name: נט^ה (Chulin 63a), שומשמגא (ibid. 57b) und קסצא (unbestimmt Sabbat 77b). Von den geflügelten Ameisen geschieht im. Talmud keine Erwähnung, während er die Ameise der .Wespe, als einem geflügelten Jnsecte, als flügelloses Jnsect entgegenstellt (Pesachim 24a *); doch mögen vielleicht die verschiedenen Namen die 1) Daß die Ameisen geflügelt sind, und die Flügel nur nach der in der Lust vollzogenen Begattung verlieren, scheint der Talmud nicht gewußt zu haben; selbst Aristoteles (1. c. IV, 1,3) nimmt geflügelte und ungefiügelte Ameisen an, ebenso die neuern Zoologen (s. Voigt I. e. 4. Bd. S. LS2), der Frankel, Monatsschrift. V. 3. 9