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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1856-01-01 · Heft 2 · p. Seite 68

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
5 (1856)
Issue
Heft 2
Article
[Rezension]
Date
1856-01-01
Page
Seite 68 (sequence 3)
Language
German
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68!)teccnitonen und Anzeigen. Zusammenbang (und auf solchen weiset doch die Partikel hi) mit dem Vorhergehenden, fragt Herr B. Cr liest daher mit zwingender Gewißheit yooic׳. für ^eotct. ״setze Maß den Seufzern", wodurch Sinn und Zusammenhang gerettet sind (S. VI. VII). — Herr B. weiset dann nach, wie V. 103—10(5 offenbar bibl. S prachweise und jüd Dogma von der Auferstehung hervortritt! aber V. 104 heißt es wieder: omaa hi j'eoi. TeX^ov-a?. Ncf. bat (Ueber den Einfluß der Palast. Exegese S. 132 Anmerk.) nachgewiesen, daß die Septuag. unter Here zuweilen ״Engel" vcrstebet! doch auch in dieser Bedeutung gibt Äser keinen erträglichen Sinn! und was Herr B. (S. VIII) cinwirst ״Hat doch auch selbst das Heidenlbum nicht angenommen, daß die Dahinge« schiedenen Götter werde», und so die Götterwelt sich ins Unendliche vermehre", hat auch Kraft und Geltung gegen diese unzähligen Engelschaaren. Herr B. liest daber •dz׳, für Äe2״ :'׳Wiederverjüngung der Dahingeschiedenen". ־ Hinsichtlich anderer trefflichen kritischen Eonjeetnrcn verweisen wir auf die Abbandlung selbst: es zeigt sich allenthalben ein von vieler Belesenheit getragener gründlicher Geschmack; und erwähne» wir, daß Herr B. auch die anstößigen 0׳jpav8'׳a1 und (u.otxape? des Phokyl. Gedichts mit vielem Geschick (S. IX. X) auf die Gestirne zu deuten, und de» bei den heidnischen Klassikern mit diesen Worte» verbundene» polytheistischen Sinn zu entfernen weiß. — Herr B. ergreift hierbei iS. XI ff.) Gelegenheit, aus de» Gegensatz der Phokyl. Moral zu der hellenischen aufmerksam zu mache» und in jener ein Zeichen für das Zudenthum des Pbokvlid. wahrzunehmen. Den Griechen charakterisirt unerschöpfliche Schmiegsamkeit und Dehnbarkeit. Als eigentliches Bild hierfür galt der Polyp, und Theognis V. 215 ff. sagt: ״Erwirb dir die Art des viclgewnndenen Polypen, der dem Blicke so erscheint wie der Fels, aus dem er haust. Jetzt verfolge diesen Weg, ein andermal nimm eine andere Farbe an." Phokyl. (V. 47—50) hingegen mahnt: ״Birg in deinem Herzen keinen andern Gedanken als du aussprichst, und nicht wie der felsverwachscne Polyp wechsele nach dem Orte. Sondern schlicht sei gegen Alle, und sprich wie dir's zu Muthe ist." Und nun fährt Herr D. fort: ״Zn der That war jenes hellenische Polypenwesen im Lause der Zahrhundcrte bei einem argen Ziele angelangt. Ueber all dem Drehen und Wenden war die eigene Charakterfestigkeit, ja der Glaube an die Möglichkeit derselben bei Anderen gänzlich verloren gegangen .... Nachdem cs dahin gekommen war, durfte cs nicht unnütz erscheinen die Hellenen zu vermahnen, daß sic ihr vielbelobtcS Polypenmustcr nun endlich aufgeben möchten; und nur um so erklärlicher wäre eine solche Ermahnung im Munde unseres

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