Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die philosophische Bedeutung der Vierzahl
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 64 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 84% known words query
- IRI
…/2829132-2829192-2829195-2854181--02729-2854228- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
64 Wissenschaftliche Aussätze, die Engel, die an der Leiter auf und nieder stiegen, waren viere an der Zahl, von denen zweie aufwärts, und zweie abwärts stiegen (עולים ׳הניס ויורדים ׳צנים וכי פגעו בהדי הדדי הוו להו אריעה Chullin!>. 9lb) — und dies sind die vier Elemente, die nach der Angelologie des Majmuni Engel, das ist Sendboten Gottes, genannt werden (vergl, More I, 49. II, (>). Zwei dieser Engel, Feuer und Lust, die steigen immer aufwärts, sowie die andern zwei, Erde und Wasser, immer abwärtS steigen. So weit Mainiuni (More II, 10). Der geehrte Leser gestatte uns jedoch noch eine ftüchtigc Wanderung durch die philosophischen Schriften des Maimuni, um die vereinzelten Stellen, in denen die Bierzahl oder eine Tetralogie uns cntgegentritt, hier zusammen zu stellen. — Beinahe in allen Disciplinen der Wissenschaft ist die Vicrzabl bedeutend vertreten. Welche Rolle dieselbe in der maimonidischen Astronomie und Kosmologie spielt, ist bereits gesehen worden. Gehen wir nun an die Physiologie des MaimonideS. Vier Arten von Grundsaften gibt es im menschlichen Organismus (ארבע להוה, More I, 72): Blut, rothc Galle, schwarze Galle und Schleim (דם, מרה שחורה, מרה אדומה, ליחה לבנה arab. ^»Ia,!׳״-(צ־, jyka!•<■>)• — Vergl. Mischna-Kommentar zu Chullin Mischna IV: אחוות הדם הוא שנבר עליה הרם עד שחנקה. והמעושנת שגב־'על•׳ המרד, חשהו־ה, והמצוננת שגברה עלי׳ הליחה הלבנה. ולא זכרו תגבורת הט־ה האדומה לפי שהיא בבהמות מועטת..— Ans dem jeweiligen Vorwicgcn eines dieser vier Grundsäste wurden bekanntlich die vier Temperamente (sanguinisch, cholerisch, melancholisch, phlegmatisch) hergcleitet. — Ebenso gibt es in jedem o» ganischcn Körner vier Kräfte (ארבע כהות, More 1. c.), die der Ernährung, die attraktive, rctcntive und expulsive. —׳ Dies erinnert uns an Bechai (Chobot lia-Lebob. porta III, c. 9), der den menschlichen Körper mit einem Palaste vergleicht, darin 4 Stufe» für 4 Herren angebracht sind: das Gehirn, Sitz der denkenden Seele, daS Herz, Sitz der anregenden Kraft, die Leber. Sitz der vegetativen Seele, und endlich die Hoden, Sitz der Fortpflanzungskrast: — dann vier Aufenthaltöorte für vier Beamte, diese sind: die anziehende, die festhaltende, die Berdanungs- und die abstoßende Kraft, und deren Aufenthaltsorte: die beiden Gallen, der weiße Saft und das Blut. — Die Logik nimmt vier Arten von Sätzen oder Urtheilen an, die. selber unmittelbar gewiß und keines Beweises bedürfend, zu allen Schlüffen als Vordersätze und allen Argumenten als Quellen dienen,