Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1856-01-01 · Heft 2 · p. Seite 61

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
5 (1856)
Issue
Heft 2
Article
Die philosophische Bedeutung der Vierzahl
Date
1856-01-01
Page
Seite 61 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
85% known words query
IRI
…/2829132-2829192-2829195-2854181--02726-2854225
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Wissenschaftliche Aufsätze. 61 gebracht (Dercch Emuna p. 14) ומר ידעת כי הדברים נחלקים כסרטבע בטורגש במושכל בנעלם. Es ist da, in der Kabbala, wo zu der Zah, lemnystik auch noch die Buchstabenmystik sich gesellte, theilS das immer wiedcrkehrende ד (in יו״ר, in אחד und אדני —, auch das י, das aus ר und ו zusammengesetzt ist, die zusammen die Zebnzahl geben, gab zu vielen Combinationen Veranlassung), vorzüglich aber das göttliche Te« tragrammaton (השם בך ח אותיות), was der Vierzahl eine gewisse De» dcutnng und Gewichtigkeit verschaffte. So z. D. schreibt R. Me)'r ben G'ubbai (I. c. p. 10): יו״ד לגלות על המאציל ומה שהאציל מכהו. י׳ הוציא ו״ד והוא הוא אלא שנתגלה ונתרבה יותר אהר האצילות אבל לא נפרדו ׳טהרי ו״ד להיטבע י׳ והם היא והיא הם. ו״ד יצאו מן י' והודו ה׳ אות אחת למספר י׳ להורות על הנאצלים ממנה ו״ד ו' ששה קצוות ד׳ רגל רביעי דיילת שבאחד .... Ebenso da» selbst p. 11: מאות יו״ד יצא ו״ד שהוא לחשבון י׳ ובם נשלם כל השם בי י' הוליד והוציא ו׳ שבשם סוד שש קצוות והוא הבן, אח״כ יצאה ד' שהיא tertiäre Erscheinung des Elisa ben Abuja in den Spalten des Talmud ist von der neuern Kritik vielfach besprochen worden. Das ihm gewordene Prädicat אחר, der ״Andere", wird gewöhnlich von seinen heterodoren Bestrebungen bergeleitet (erepo<; — אחר). Wir möchten jedoch diesem Epitheton eine ganz andere, und zwar an den Platonismus erinnernde Bedeutung beilegen. Bekannt ist nämlich, daß Plato im Timäos eine zweifache Ursache aller Dinge annahm: den B e r st and und die N o 1 hwendigkeit (ףו\£גן117נן^ן r, -roüLe toO xoafjiov yivzois &£ avay*?); t־£ xa\ vגיס auaraaew; Es soll damit der ewige Gegensatz und Widerspruch zwischen dem Göttlichen, Geistigen, Vernünftigen und dem Ungöttlichen und Unvernünftigen, d. i. dem an sich geistlosen Urstofse, angedeutet werden. Jene zwei Principien. davon das eine ein gutes und das andere ein böses ist, erzeugen im Universum einen ewigen Widerstreit, der sich in der zwiefachen, verschiedenen, ja entgegengesetzten Bewegung der Planeten kundgibt. Von diesen zwei Principien rührt auch die zweifache Natur her — die Natur des Selbigen (cpÜFr? roü «uroü), des immer sich gleich Bleibenden, Unveränderlichen, daher Gottverwandten, und die Natur des Andern (cpusis h^pou), des Veränderlichen, durch seine widerstrebende Bewegung sich Unterscheidenden. — Der metaphysische Ausdruck das Identische und das Andere (raJTov und iJaxepov) galt dann überhaupt als Bezeichnung für Geist und Materie, und insbesondere für Gutes und Schlechtes. — Dieses platonische Apophtcgma, nach welchem die Materie als das ״Andere" bezeichnet, und überhaupt der letzte Grund des Bösen in der Natur des Andern gesucht wird, scheint auch, nebenbei gesagt, zu dem פנ1רא אחרא der Kabbalisten Veranlassung gegeben zu haben. — Elisa ben Abuja nun, von dem (Chagiga lau) erzählt wird, daß er mit griechischen Studien sich abgab, und ebenso daß er zwei Principien, שתי רשויות, anerkannte, ferner daß er dem Hedonismus sich ergeben hatte ('נסק אחר יתדגזת חדי. 21׳), dürste nun deswegen vielleicht das Prädtcat אחר, der Andere, das ist der dem Schlechten, dem bösen Princip Verfallene, erhalten haben. —

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.