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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1856-01-01 · Heft 2 · p. Seite 59

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
5 (1856)
Issue
Heft 2
Article
Die philosophische Bedeutung der Vierzahl
Date
1856-01-01
Page
Seite 59 (sequence 5)
Language
German
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Wissenschaftliche Aufsätze. 59 bezeichnend) passendes Symbol eines geregelten, soliden und vollstandigen Ganzen zu sein. Diese vier Zablcn bedeuteten ihnen: Punkt, Linie, Fläche, Körper — hiermit also symbolische Bezeichnung aller vorhandenen Dinge. Daher hatte auch Plato, der ebenso wie EmpedoklcS von der Prämisse ausging, das! nur AehnlicheS wieder AchnlicheS erkenne (ywcoaxss^ai yap ojjloi'm ojjloiov), und daß daher die Seele, da sic alle Dinge erkennt, auch allen Dingen ähnlich sein müsse — die Seele aus den Zahlen 1, 2, 3, 1׳ bestehend sich gedacht, («0T0 [J.ev to gwov ex טסד svop 15e׳a!;, xal xou 7tp»T0'j ^xov;, xal 7c>«T00p, xoä ßa&ou?. — ra 8’ aXXot o>/.o!.2Tpo7ro-p. Arist. de Anima I. 2). — Eben so bezcichneten dem Plato diese vier Zahlen auch die vier Erkenntnißgrade der Seele. Die apriorische Vernunft ist ihm eine Einheit, weil sie gleich dieser einfach ist, und zu aller übrigen Erkenntniß die regulativen Principien an die Hand gibt; die Wissenschaft ist ihm ein Zweier, weil sie auS der Vernunft a priori hervorgcht (&8 יוו.<]ףה־0.)זe ra 800, {xova^wc ev); die M ein un g gleicht der Zahl Drei, weil sie daraus entsteht, daß aus einem Bor- Versatz durch einen Mittclsatz eine Schlußfolge gezogen wird, mag diese nun wahr oder falsch sein; — endlich die unmittelbare Anschauung (die Sinnlichkeit) wird durch Vier, die Zahl der Solidität (aitörfiiv 8s, tov סד? OTspsou), bezeichnet, weil Bier, in Beziehung auf das Tetrai'drou mit seinen vier Winkeln und Ecke», als die erste körperliche Zahl betrachtet ward. — AuS dem Gesagte» wird es begreiflich, wie de» Pythagvräern die Tctraktys etwas so Wichtiges und BedeutungsvolleS sein konnte — wie sie darin ein Bild der ganzen Schöpfung in ihrer haruionischen Zusammensügung erblicken nnd bei Dem schwören konnten, welcher der Seele diese Vierzahl übergab*), die den Schlüssel der Natur bewahrt (xXe180v>x,0£ rrj? <pvos<ap), d. h. die Geheimnisse der Schöpfung in sich schließt und zugleich den Zugang zu denselben crössnet. -- Eine gewisse Bedeutung der Vierzahl ließe sich vielleicht auch im Midrasch, und vorzüglich in der Kabbala — da in diesen beiden Literaturen pythagoräisch-platonische Philosophcme großen Einlaß und Eingang gesunden °) — Nachweisen. Wir erinnern z. B. an die vier 4) 0\> fid tov ä(J.6T^pa ch1-x.ä itapafiovTa TETpaxTuv, n«ydv asvvaoo zpüseo»; pchwMT׳ i^ovaav. 5) Wir wollen hier keineswegs alle griechischen Philosophcme aufzählen, die unseres Wissens sich in Midrasch und Kabbala eingebürgert. Wir sparen uns dies auf andere Zeit auf. Hier nur Einiges. Daß die platonische Jdeenlehr« in den Talmud Eingang gefunden, hat schon Maimuni nachge-

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