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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1856-01-01 · Heft 2 · p. Seite 57

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
5 (1856)
Issue
Heft 2
Article
Die philosophische Bedeutung der Vierzahl
Date
1856-01-01
Page
Seite 57 (sequence 3)
Language
German
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Wissenschaftliche Aussätze. 5 7 über die Materie Erhabenes. Höheres und Geistiges erscheint. Die Harmonie der Töne beruhet aber bekanntlich ans bestimmten mathematischen Zahlenverhältnissen, und kann demgemäß in Zahlen berechnet und angegeben werden. — Fünf verschiedene Zahlen spielen aber da. in dem pythagoreischen Tonsystcm, eine vorzüglich bedeutsame Rolle. I. Die Dreizahl, wegen der von den Alten angenommenen drei Consonanzen der Töne; dies sind nämlich die Octave, die Quinte und die Quarte. II. Auch die Siebenzahl erfreute sich einer hohen Bedeutung, des Sicbcn-Planeten-Systems halber, das damals herrschend war. III. Um jedoch ein vollständiges Tonsystcm zu erhalte», durch welches das wohlgeordnete, i» allen seinen Theilen zu einem schönen Ganzen vereinigte Weltall dargestellt werde» sollte, bedurfte eS einer größer» Zahlenreihe zur Bezeichnung der einzelnen Töne, die in ihrer auf rbytmischen Gesetzen beruhenden Verbindung eben jene Harmonie bewirken, die man im Weltall annahm. Hierdurch erlangte die Zahl 36 ihre Bedeutung, was sich auch mit daraus erklärt, daß 38 die Summe des Quadrates und des Kubus der Dreizabl ist (v. Nicomach. Harmonie. II, 41). IV. Doch wahrscheinlich aus einem geheimen Staunen über das dekadische Zahlensystem, wurde vorzüglich der Zehnzahl eine ganz besondere Gewichtigkeit und heilige Bedeutung zugeschrieben. Die Dekas galt ihnen als die vollkommenste Zahl, weil immer bis zehn gezählt und dann wieder von vorne angefangen wird, bis man abermals zur Zehnzahl gelangt ist°). 3) Die pythagorische Zahlenlehre, durch Plato weiter ausgebildet und idealisirt, batte durch den unbegrenzten mystischen Spielraum, den sie der Phantasie gewährte, das ganze Alterthui» hindurch und bis tief ins Mittelalter hinein eine große Autorität sich erworben. Doch vorzüglich stark wurde diese Zahlenmvstik und Zahlensymbolik in den ersten Jahrhunderten der üblichen Zeitrechnung betrieben. Ob das Buch Jezlra — dieses in vielcn Beziehungen äußerst merkwürdige Schrisidcnkmal. das seil vielen Jahrhunderten zum Mittelpunkte der mannigfachsten Cvmbinalionen und Hypothesen gemacht worden (vgl. Jellinek. Beitr. z. Gesch. d. Kabbala I, 3 ff.), so daß man von demselben, wie einst Isaak Arama vom Hohenliede, sagen könnte: בו יחד:?*ל* תתנם בחכמתו, תמקיבל בקבלתו, תאלתי באלו",ותו, וזתפלופו!* בפלוסו® נטי שנתפרסם טן פחשיהם — ob dieses merkwürdige Buch eben in jener Periode und zwar von R. Akiba verfaßt worden, wie dies zuerst Isaak de Laltes behauptete, und in neuerer Zeit Grätz wissenschaftlich zu begründen suchte: oder ob dasselbe — nach Zunz — erst später in der nachtalmudischen Zeit ans Licht getreten, hierüber

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