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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1856-01-01 · Heft 2 · p. Seite 44

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
5 (1856)
Issue
Heft 2
Article
Eine Proselyten-Familie aus dem vorigen Jahrhundert
Date
1856-01-01
Page
Seite 44 (sequence 8)
Language
German
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44 Eine Proftlyten-Familie nach dem für Hefen Fall vorgeschriebcuen relig. Gebrauch abwics und Zweifel au der Redlichkeit seiner Absicht zu crkcuueu gab. — G. wiederholte seinen Besuch und äußerte noch dringender feinen Wunsch, worauf Nurd ihn an den damaligen Rabbiner, den berühmten Gelehrten Aria Leb^), verwies, der die gedachten vier Personen nach einer uochmaligeu strengen Gcsinnungöprüfilng zum Judenthume bekehrte.- - Grahnbohin und feine Frau starbeit 1751; der Sohn, dem die Namen Ahron Moses Jizchak erthcilt wurden, kam in die Schule eines tüchtigen Talmudiften, Namens Beer, und die Tochter, Lea genannt, ward von einer wohlthätigen Familie ins Hans genommen, während Ahron, nachdem er mit tüchtigem talmndischen Wissen ausgerüstet die Schule verlassen hatte, bei einem Manne, Namens Meier GanS, die Stcinschneidcrkunst erlernte. Wir wollen, bevor wir ans diese» Proselpten, der später einen bedeutenden Ruf aus deiit Gebiete der rabbinischcn Literatur sich erworben und selber Rabbiner der Gemeinde zu Amsterdam geworden, noch einmal zurückkommcn, zuvor einen Blick aus die in Schweden znrückgelassenen Glieder der Grahnbohm'schen Familie werfen. 1753 kamen der vierte Sohn und die übrigen zwei Töchter ebenfalls nach Ämsterdam und nahmell den jüdischen Glauben an. Der Elftere war 18, die Letzter» 20 und 22 Jahre alt. — 1763 kam der dritte Sohn, der dem Kansmaunöstande gewidmet war, nach Amsterdam, wurde Jude und ging später als Buchhalter nach Italien, fand aber bald daraus den Tod durch Vergiftung. — Der älteste Sohn Grahnbobms, der dem Militärstaude angehörte, starb zwar als Christ, weigerte sich aber das Abendurahl und geistlichen Zuspruch anzunchmcu, und seine Todesanzeige in einer schwedischen Zeitung, ,,Cm-ant“, die zu Stockholm erschien, ward von der Bemerkung begleitet, daß G.!licht blos dem Staate, sondern auch dem Glauben verloren ginge, indem er ungläubig als Ketzer starb. — 1705 starb Isaak, der Arzt, als Christ, gebot aber seinem Sohne und seinen zwei Töchtern, obwohl bereits Juden in Schweden wohnen durften, nach Holland zu gehen und die jüdische Religion anzunehmcn. 1797 kamen dieselben nach Amsterdam und wurden von ihrem Onkel, dem derzeit gewesenen Rabbiner, bekehrt. Eins dieser Mädchen wurde die Frau ihres Onkels, der 1753 nach Amsterdam kam, das andere wurde glücklich S) Starb den 2. April 175*>.

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