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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1856-01-01 · Heft 2 · p. Seite 45

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
5 (1856)
Issue
Heft 2
Article
Eine Proselyten-Familie aus dem vorigen Jahrhundert
Date
1856-01-01
Page
Seite 45 (sequence 9)
Language
German
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auS dem vorigen Jahrbundcrt. 45 nach England verheirathet. So waren es nicht weniger als 11 Personen (5 männlichen »ud 6 weiblichen Geschlechts) einer ein« zigcn adeligen Familie, die nach und nach tu einem Zeiträume von 48 Jahren zu in Judenthnmc übertraten. Kehren wir nun zu Ahron Moses Iizchak zurück. Derselbe erlernte, wie erwähnt, die Steinschuciderkunst. Nach erlangter Selbstständigkeit verehelichte er sich, und trieb jene Kunst als Broderwerb weiter. Der Tag gehörte dieser Thätigkeit an, die Nachtzeit war dem Studium geweiht. Diese doppelte Anstrengung zog ihm jedoch eine bedenkliche Brustkrankhcit zu, er hatte mehrmals einen Blntstnrz, und er mußte auf Anrathen der Aerzte jener Kunst entsagen. Er gewann nun allerdings an Muße dem Studium obzuliegcn, auch gab er sich in Folge kabbalistischer Studien einer ascetischen Lebensweise hin, er trank keine» Wein und aß Fleisch nur an Sabbat- und Festtagen, doch nahmen in gleichcin Maße seine Subsistenzmittel ab, und cS bedurfte der Unterstützung vieler Freunde, um seine Existenz zu sichern. Um diese Zeit machte er Bekanntschaft mit einigen Abgesandten der Inden in Palästina, die ihm den Boden des gelobten Landes einzig als förderlich für das Studium der Kabbala bezcichueten; er faßte den Entschluß dahin zu ziehen und hatte schon einen Thcil seiner Mobilien veräußert, als mehrere Gemeindemitglieder, unterstützt von dcm zeitigen Rabbiner Sanl (Sohn des vorerwähnten Aria Leb), ihm einen Sitz in der Klans E; hachajim verschafften. Nach dem Tode Sauls, welcher den 20. Juni 1700 starb, blieb das Rabbinat drei Jahre vacant, in welcher Zwischenzeit unser A. M. Iizchak die Functionen eines Appellanten versah. Im Jahre 1707 bildete sich in Amsterdam eine Zwciggcmcinde nnter dem Namen עדת ישרון, die Iizchak zu ihrem Rabbiner wählte, welches Amt er auch bis zu'seinem Tode verwaltete. Er starb den 11. März 1807, in einem Alter von 71 Jahren. Als praktischer Thcvlvg war er zeitgemäßen Reformen nicht abhold, und führte als Rabbiner feiner Gemeinde manche Neuernng ein, die in Deutschland erst viel später versucht wurde. — Entfalteter noch war seine Thätigkeit als Schriftsteller und Gelehrtcr. Er verfaßte 1) das Werk זרע יצרו ק (Amsterdam 1780, 4°, 38 Bl.). Dieses Werk behandelt in hagadischcr Auslegung die drei Grundpfeiler Torah, Aboda und Gemilut chassadim. Biele Bibelstellen und talmudische Sagen werden durch eine gesunde und einfache Exegese erklärt. — Nach seinem Tode verfaßte

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