Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 5 (1856)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Eine Proselyten-Familie aus dem vorigen Jahrhundert
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 42 (sequence 6)
- Language
- German
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42 (vin0 Prcfeil) teil * F>1 »1 ilio Karls in den Händen der Ulrike Eleonore, und später in denen ihres Gemahls Friedrich von Hessen allzu lar; der Adel wühlte im eifersüchtigen ükingen in seinen eigenen Eingcweidcn, ihm zur Seite stand ein Theil deö höher» Clcrus, und Grahnbohm fühlte seine sociale Stellung drückender als je. Die Hindernisse und Schwierigkeiten stählten jedoch nur seinen Entschluß Schweden zu verlasse» und mit den Seinigcn zum Judenthume übcrzutreten. Leine sechzigjährige Gattin theilte ans freiem Willen das Borhaben und die Wünsche ihres Mannes; sie sprach, wie einst jenes, edle Weib auf moabitischcm Boden: ״Wohin du ziehest ziehe ich auch, dein Gott werde mein Gott!" Die Geistlichkeit versuchte den letzten Schritt; sie sandte zu Grahnbohm einen gelehrten Eleriker, um mit ihm einen religiösen Disput zu halten. Der Lutheraner zeigte, wie das jüdische Volk, obwohl zuerst zum Träger der göttlichen Erkenntlich crivählt, dennoch dem göttlichen Gesetze durch Moses untreu geworden, hierdurch den alten Bund mit Gott aufgelöst hatte und so den neuen Bund nothwcndig machte. Dieses Argument, mit der größten Beredtsamkeit vvrgetragen, vermochte jedoch nicht Gandern Sinnes zu machen. Wenn auch, sagte er, das Bolk den Bund gelöst habe, so hat dieses dennoch Gort nicht gclhan; thäte er dieses und schlösse an der Stelle des alten Bundes einen neuen mit dem Menschen, so wäre dies eine Willensändcrung Gottes, und so ein positiver Widerspruch mit. der göttlichen Natur. — ■ UebrigenS habe ja Christus selbst die mosaische Religion nicht aufgehoben, und von zwei Gegensätzen, zu welchen nicht Christus, sondern ihr die beiden Religionen macht, kann nur einer der wahre sein. - - G. trat nun mit seinem Streben offen hervor; der erste nothwendige Schritt war das Gesuch um Entlassung ans dem Amte, was ihm von Seiten der Negierung, der wohl der gethane Schritt willkommen war, unter Anerkennung seiner so langen und treu befundenen Amtsthatigkeit aus die ehrenvollste Weise gewährt wurde. G. veräußerte hieraus seine liegenden Güter, und reichte nun ein Gesuch um Entlassung aus dem Staatsverband und einen Paß i!l das Ausland für sich und seine Familie ein. Doch dieses wurde ihm von Seiten der betreffenden Behörde abgeschlagen, und der 67jährige Greis sah sich nun nach so vielem Ringen und Kämpfen weiter als je von dem Ziele seines StredenS entfernt. Der Herrscher des Reiches besaß, wie man weiß, kaum mehr als diesen Namen, die inneren Parteien des Staates lagen im Kampfe gegen einander, und wehe dem,